Gemeinsam gegen Lungenkrebs

Birgitta Maaßen kämpft gegen den Krebs und will mit einer Selbsthilfegruppe auch anderen Patienten Mut machen. Foto: sl
SABINE LANGNER, HARBURG
Das ständige Räuspern und der dauernde Husten nervte Birgitta Maaßen zwar, aber ernst genommen hat sie es nicht. Mehr nebenbei erzählte sie ihrem Arzt bei einer völlig anderen Untersuchung davon. Um so größer der Schock: Ein Tumor in der Lunge, Metastasen im Kopf und in den Knochen. Inoperabel.

Diese Diagnose bekam die Mutter von vier Kindern im November 2010. Es folgten zwei Chemotherapie-Zyklen. „Die erste hat angeschlagen, die zweite wurde ergebnislos abgebrochen“, erinnert sich die 55-jährige Harburgerin. „Eine ganze Weile sah es gar nicht gut aus. Seit März bekomme ich allerdings ein Medikament, das bisher nur in den USA zugelassen ist. Die Metastasen in den Knochen sind damit zurückgegangen, die Tumore in Lunge und Kopf immerhin nicht weiter gewachsen.“

Der Kampf gegen den Krebs ist für Birgitta Maaßen noch lange nicht vorbei, aber sie hat beschlossen ihn jetzt an mehreren Fronten anzugehen. In diesem Sommer möchte sie im Haus der Kirche die erste Selbsthilfe-Gruppe für Lungenkrebs-Patienten einrichten. „Es gibt eine Lungenkrebs-Gruppe in Altona und eine in Wandsbek, aber ich weiß, wie sehr eine Chemo den Körper erschöpft und wie dankbar man dann für kurze Wege ist“, erläutert sie.

Ihr ist es wichtig, dass Menschen mit der Diagnose Bronchialkarzinom einen Ort finden, an dem sie mit anderen sprechen und sich fallen lassen können. „Auch alle anderen Krebsarten sind fürchterlich“, sagt sie, „aber diese Menschen haben ganz andere Probleme. Ich muss mir keine Gedanken über eine Brustrekonstruktion machen, sondern darüber, wie ich atme.“

Von der Selbsthilfegruppe erhofft sich Birgitta Maaßen, dass sich Menschen finden, die gemeinsam ihre Hoffnungen und Ängste teilen: „Inzwischen erkennen auch Schulmediziner an, dass Optimismus die Chancen auf Heilung stärkt. Das schafft man zusammen viel besser. Ich muss mich nicht fragen, warum ich als Nichtraucherin Lungenkrebs kriege. Darauf bekomme ich ohnehin keine Antwort. Stattdessen stecke ich meine Energie lieber in das Leben, das ich noch habe. Und das will ich gern mit anderen Menschen teilen.“

Mehr Infos zu der Selbsthilfegruppe und den Terminen bei Birgitta Maaßen unter Tel. 790 83 97 oder im Internet unter www.shg-lungenkrebs.de.
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