Gelungener Start der Suedlese

Kann man beim Speed-Dating seine große Liebe finden? Um diese Frage ging es in Jan Christoph Nergers satirischer Kurzgeschichte "Schweigersens Treff" (Foto: Chris Baudy).

Niveauvolle Texte, interessante Autoren, gebannt lauschende Zuhörer: Der Raum des Kulturvereins "Alles wird schön" war bis auf den letzten Platz besetzt, als die Schreibwerkstatt am 21. März die diesjährigen Suedlesetage eröffnete. Präsentiert wurde ein bunter Reigen aus Kurzgeschichten, Gedichten und Roman-Ausschnitten, die sich um das Motto "Begegnungen" drehten.

Ob es um das zufällige Wiedersehen einer Wilhelmsburger Putzfrau mit der Tochter ihrer früheren Blankeneser Herrschaften ging oder um das verbindende Gefühl, stundenlang miteinander für Elbphilharmonie-Karten anzustehen: Immer überzeugten die Beiträge durch hohes schriftstellerisches Können und Aktualität. Es gab Lustiges wie eine erotisch-bissige Rotkäppchen-Parodie oder Jan Christoph Nergers satirischen Bericht über ein Speed-Dating, aber auch ernste Themen, die unter die Haut gingen. Wilfried Abels schilderte in seiner Geschichte "Eine Frage der Perspektive" auf berührende Art die inneren Nöte eines schwulen Bäckers vor siebzig Jahren, der an seiner Neigung, die er nicht leben durfte, zerbricht. Auch die leisen Töne kamen nicht zu kurz: Gisela Baudy machte durch ihre ausdrucksstarke Lyrik Lust, sich mit dieser häufig vergessenen Literaturform intensiver auseinanderzusetzen.

"Ich bin begeistert, dass so viele Menschen zu unserer Lesung gekommen sind", freut sich Kerstin Brockmann, die den Autorentreff seit zwölf Jahren leitet und dafür den Heimfeldpreis 2014 gewonnen hat. "So konnten wir einmal mehr zeigen, dass Harburg über eine eigene tolle Literaturszene verfügt. Es war ein wunderschöner Abend."
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