Fußball-Legenden erinnern sich

Nach 1933 wurde „Handgranatenwerfen“ zum Volkssport: Hier üben junge Sportler den richtigen Schwung. Foto: Süddeutscher Verlag

Initiative Gedenken in Harburg lädt zum Gespräch über
Fußball im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit

Von Gaby Pöpleu.
Mit ihren Toren beglückten sie einst Harburger und Wilhelmsburger Fußballfans: Jetzt helfen Werner „Seppel“ Weiß (früher Rasensport und HSV), Klaus Buchholz (früher Harburger Turnerbund HTB) und Rolf Knupper (früher ebenfalls Rasensport) mit ihren Erinnerungen beim Gedenken an schlimme Zeiten im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit.
Denn die Nazis wollten den bis dahin demokratisch arbeitenden Sportvereinen an den Kragen: Allein acht Harburger und Wilhelmsburger Sportvereine waren vom Verbot der Arbeitersportbewegung betroffen. Vereinsvorsitzende wurden zu Vereinsführern, die umsetzten, was der Reichssportführer entschieden hatte. Dafür kamen nur NSDAP-Mitglieder in Frage.
Nach 1933 hielt der „Wehrsport“ Einzug
Auch im Süden Hamburgs forderten viele Vereine ihren jüdischen Mitglieder zum Austritt auf. Manche entschlossen sich vorher zum Austritt, um dieser Schmach zu entgehen. Nach 1933 hielt fast überall der „Wehrsport“ Einzug: „Handgranatenwerfen“ wurde als Volkssport gefeiert. Die Sportvereine mussten Übungszeiten in Hallen und auf Plätzen an die SA und Hitlerjugend abtreten, viele Turnhallen wurden später ganz gesperrt, die sportliche Betreuung der Zehn- bis 14-Jährigen der Hitlerjugend übertragen.
Am Dienstag, 11. Oktober, werden Weiß, Buchholz und Knupper ab 19 Uhr im Großen Sitzungssaal des Harburger Rathauses erzählen, was sie im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit erlebt haben. Das Gespräch mit den Zeitzeugen wird von dem Hamburger Sportjournalisten Ralf Klee moderiert. Die lebendigen Erinnerungen der Fußball-Legenden dürften sicherlich auch Jugendliche interessieren, betont Klaus Möller von der Initiative.
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