Frauenkulturhaus hat Insolvenz angemeldet

Auf der Homepage des Frauenkulturhauses steht noch nichts vom Insolvenzverfahren. Foto: oz

Bezirk dreht Geldhahn zu - Vorwurf: Geld soll zweckwidrig ausgegeben worden sein

Das Frauenkulturhaus Harburg (FKH) hat am 30.12.2013 Insolvenz angemeldet. Vom Gericht wurde Dr. Birthe Vietze als Insolvenzverwalterin eingesetzt. Jetzt soll ein Betreiber gefunden werden, der das Programm fortführt und möglichst auch die beiden Mitarbeiterinnen übernimmt.
Einen Ort schaffen, an dem Frauen sich künstlerisch und kulturell entfalten können, ohne von Männern in den Hintergrund gedrängt zu werden – das war 1985 das Ziel von einer Handvoll Harburger Frauen. Der Verein Frauenkulturhaus wurde gegründet und ein kleiner Raum in der Maretstraße bezogen.
Seit 2001 ist das Frauenkulturhaus im historischen Kanzlerhaus in der Neuen Straße 59 untergebracht. Die Angebote umfassen drei Bereiche: Frauenkultur, den Mädchentreff sowie BIFF (Beratung und Information für Frauen).
Für 2014 bekam das FKH von Stadt und Bezirk im Dezember wieder rund 240.000 Euro bewilligt. Das Problem: In den letzten Jahren soll das Geld nicht immer dafür verwendet worden sein, wofür es bewilligt worden war. „Wir haben viele Fehler gemacht“, bestätigt Heinke Ehlers, Vorstandsmitglied des Vereins Frauenkulturhaus. „Es wurden Projekte finanziert, die nicht mehr hätten stattfinden dürfen.“
Als der Bezirk davon erfuhr, wurden die gerade erst für 2014 bewilligten Mittel wieder gestrichen. Heinke Ehlers: „Der Bezirk hat den Bescheid nachträglich aufgehoben, weil der Verein wegen der Insolvenz aufgelöst sei. Aber nach Auskunft der Insolvenzverwalterin stimmt das nicht. Außerdem wusste der Bezirk seit Monaten Bescheid.“
Um Licht ins juristische
Dickicht zu bringen, hofft der FKH-Vorstand auf Unterstützung durch die Harburger Verwaltung. „Aber dort sagt jeder etwas anderes, man hängt völlig in der Luft“, klagt Heinke Ehlers. So ist derzeit völlig unklar, ob die Insolvenzverwalterin oder der von der Harburger Verwaltung eingesetzte Treuhänder das Sagen hat.


Was sagt die Harburger Verwaltung?
Das Bezirksamt Harburg beabsichtigt, das Gebäude in der Neuen Straße weiterhin mit gemeinnützigen Angeboten für Frauen und Mädchen zu nutzen.
„Mit Hilfe eines Interessenbekundungsverfahrens soll zeitnah ein geeigneter neuer Träger ausgewählt werden. Für den Übergang wird ein bereits eingesetzter Verwalter einen Notbetrieb organisieren. Der Notbetrieb soll mit Honorarkräften aufrechterhalten werden.
Das Bezirksamt Harburg unterstützt das Frauenkulturhaus Harburg e.V. im Rahmen seiner Möglichkeiten bei der Abwicklung des Insolvenzverfahrens“, heißt es in einer Pressemitteilung.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.