Feldschlacht auf der Westerheide

„Lützower Jäger“, deren Verbündete und „französische Truppen“ treffen am Sonnabend in der Westerheider Schlucht aufeinander. Foto: pr

Vor 200 Jahren brannten die Truppen Napoleons Marmstorf nieder - historisches Spektakel erinnert daran: 28. bis 30. März

In ganz Deutschland werden die Uhren am Wochenende um eine Stunde vorgestellt, nur nicht in Marmstorf. Dort wird die Zeit zurückgedreht, und zwar gleich um 200 Jahre. Vom 28. bis zum 30. März wird an die Niederbrennung Marmstorfs durch Napoleons Truppen erinnert. Höhepunkt des Spektakels bildet am Sonnabend, 29. März, 18 Uhr, ein nachgestelltes Gefecht in der Westerheide.
Der 29. März 1814 war ein schwarzer Tag in der Marmstorfer Geschichte. Bei einem Ausfall aus Harburg brannten französische Truppen Marmstorf und Appelbüttel nieder. Lürade wurde geplündert. Seit 100 Jahren erinnert in Marmstorf ein Gedenkstein daran.
Dafür, dass die Niederbrennung auch weitere 100 Jahre später nicht in Vergessenheit gerät, will Rainer Bliefernicht sorgen. Der überzeugte Marmstorfer hat deshalb ein dreitägiges Programm auf die Beine gestellt.
Am Freitag rücken die „Truppen“ in Marmstorf ein, im Dorfkern werden Lager aufgebaut, in der Theater-Scheune wird ein Stück aufgeführt, das um 1813/1814 spielt. Der Sonnabend, 29. März, startet ab 10 Uhr mit einem Feldgottesdienst von Pastor Thomas von der Weppen. Nach dem Essenfassen beginnt ab 14 Uhr ein Festakt. Helms-Museumsdirektor Rainer Maria Weiss erzählt über die Zeit vor 200 Jahren. Gegen 16.30 Uhr wird die 320 Seiten starke Chronik von Marmstorf vorgestellt.
Die Schlacht in der Westerheider Schlucht startet um 18 Uhr. Wieder werden mehrere Häuser in Flammen aufgehen. Aber anders als vor 200 Jahren verlieren diesmal die Franzosen, Marmstorf wird zurückerobert. „Da wird etwas an der Geschichte gedreht“, bestätigt Rainer Bliefernicht, „so war es nicht.“
Wer die Feldschlacht verfolgen möchte, hat am Rand der Westerheide perfekte Sicht. Hat sich der Pulverdampf verzogen, steht in der Theater-Scheune ab 20 Uhr wieder Kultur auf dem Programm.
Am Sonntag besuchen die Truppen in ihren historischen Uniformen den Gottesdienst um 10 Uhr. Um 13 Uhr ziehen alle Truppen wieder aus Marmstorf ab. Die Uhren dürfen wieder 200 Jahre vorgestellt werden.

Interview mit Rainer Bliefernicht

Wie ist die Idee für dieses Spektakel entstanden?
Auf dem Weg zur Arbeit fahre ich jeden Tag an dem Gedenkstein von 1914 vorbei, auf dem an die Niederbrennung Marmstorfs erinnert wird. Bereits 1914 gab es ein großes Fest mit „Miss Wahl“, der Titel ging an Martha Böttcher.

Seit wann laufen die Vorbereitungen?
Vor zwei Jahren habe ich mit den Vorbereitungen begonnen. Seit 14 Tagen komme ich zu kaum etwas anderem.

Haben Sie eine Helfer-Crew?
Ja, deren Zahl ist fast dreistellig. Die Dorfbevölkerung zieht total mit. Ich habe die Vereinsvorsitzenden angesprochen, alle Vereine machen mit.

Was kostet die Veranstaltung?
Über Zahlen reden wir nicht. Aber es gab eine enorme Spendenbereitschaft.

Wie viele „Soldaten“ werden in Marmstorf ihr Lager aufschlagen?
Zwischen 50 und 100 Personen kommen in historischen Uniformen.

Auf wie viele Besucher hoffen Sie?
Wenn das Wetter gut ist, erwarte ich zwischen 2.000 und 4.000 Besucher.
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