Fehlplanung im Sport?

Achtung, Verletzungsgefahr! Hier hat auf dem Sportplatz Wilstorfer Höh (Brandesstraße) das Abziehen nicht recht geklappt. Bei der Untersuchung der Hamburger Sportstätten schnitt der Platz schlechter ab als der Sportplatz Alter Postweg. Foto: pr

Streit über die Standorte der geplanten Kunstrasenplätze im Bezirk

Die FSV Rönneburg fühlt sich von Verwaltung und Politik im Stich gelassen. „Wir leisten erfolgreiche Integrationsarbeit, wir haben die drittgrößte Jugendfußballabteilung in Harburg und wir bilden alle Trainer aus - aber das interessiert niemanden“, hadert Olaf Preuß, Geschäftsführer des rund 1.000 Mitglieder starken Vereins. Für Verärgerung sorgt, dass keiner der beiden vom Verein genutzten Sportplätze einen Kunstrasenbelag erhalten soll.
Hintergrund: Für die FSV Rönneburg, entstanden aus der Fusion von FSV Harburg und SV Rönneburg, spielen derzeit 15 Fußball-Jugendteams.
Preuß: „Damit sind wir im Jugendfußball hinter dem HTB und GW Harburg der drittstärkste Verein in Harburg. Aber nur wir liegen genau im Brennpunkt. Allein unsere Pampers-Mannschaft (Jahrgang 2008, 2009) hat mittlerweile 25 Spieler, die aus über zehn Nationen kommen.“
Gespielt wird auf den Grandplätzen Wilstorfer Höh (Brandesstraße) und Außenmühle. Der Platz Wilstorfer Höh könnte, so hofften die FSVR-Vertreter, einen Kunstrasenbelag erhalten. Doch die Verwaltung hat andere Pläne.
Im Bezirk sind in diesem Jahr drei Kunstrasenplätze geplant: zwei in Hausbruch am Jägerhof für insgesamt 1,167 Millionen Euro, einer in Heimfeld am Alten Postweg (450.000 Euro). 2014 wird’s in Harburg keine weiteren Kunstrasenplätze geben. Dafür fehlt das Geld.
Allerdings soll noch 2013 der Sportplatz Außenmühle für 120.000 Euro saniert werden. Auf dem Platz läuft das Regenwasser nicht ab, heißt es aus der Verwaltung. „Stimmt nicht“, sagt der FSVR-Geschäftsführer. „Ich selbst habe jetzt fast 40 Jahre Fußball auf dem Sportplatz gespielt und seit der letzten Grundsanierung – ich schätze etwa 10-15 Jahre her – gab es nie Probleme bei Starkregen. Der Platz steht dann wie jeder andere Platz kurzfristig unter Wasser, dann läuft das Wasser hervorragend ab, und innerhalb von 20 bis 30 Minuten ist der Platz wieder uneingeschränkt bespielbar.“
Die Idee der FSVR: Die für die Sanierung der Sportanlage Außenmühle gedachten Mittel sparen und für einen Kunstrasenbelag auf der Wilstorfer Höh verwenden. Dafür würde das Geld aber nicht reichen. Min-destens 300.000 Euro sind nötig. „Wir wären bereit, auch Eigenmittel zu investieren“, so Preuß.
„Unsere mehrmalig geäußerte Bitte, uns bei den Planungsgesprächen zu beteiligen, wird einfach ignoriert.“

Und was sagt die Verwaltung?
Stellungnahme des zuständigen Dezernenten Holger Stuhlmann: „Der Senat hat in den letzten Jahren ein Investitionsprogramm zur Einrichtung von Kunstrasenplätzen aufgelegt... In Harburg waren in diesem Programm aufgenommen die Plätze am Kiesbarg und Jägerhof in Süderelbe, der alte Postweg in Harburg-Kern und im Zuge des Neubaus der Schule im Phönixviertel, der Platz an der Baererstraße. Dieses gilt nach wie vor.
Ich kann den Wunsch des FSV wie auch anderer Harburger Vereine, nach einem Kunstrasenplatz - schon allein wegen der höheren Attraktivität der Sportanlagen - nachvollziehen, für das Sportamt beziehungsweise das Sportstättenmanagement, kann das aber nicht das alleinige handlungsleitende Kriterium sein.
Für uns ist handlungsleitend der Zustand der Sportanlagen, der jeweilige Investitionsbedarf und die zur Verfügung stehenden Investitionsmittel.“
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1 Kommentar
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Stefan Ecks aus Neugraben | 27.06.2013 | 08:00  
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