Fäkalien in Tüten

Eine saubere, funktionsfähige Toilette sollte das normalste von der Welt sein. Für Wolfgang Schliefer ist das nicht mehr so. Seit Monaten verrichtet er seine Notdurft notgedrungen auch in Tüten, die er dazu ins WC hängt. Foto: at

Seit Dezember funktioniert bei Wolfgang Schiefer
die Toilette nur sporadisch

Von Andreas Tsilis.
Diese Sache stinkt zum Himmel: Seit fast fünf Monaten unterdrückt Hochhaus-Mieter Wolfgang Schliefer (71, richtiger Name der Redaktion bekannt) aus dem Soltauer Ring 10 den Gang auf die eigene Toilette und nutzt statt dessen kostenpflichtige Bedürfnisanstalten.
Für Notfälle hat er sich handelsübliche Abfalltüten in die häusliche WC-Schüssel gehängt und verrichtet so sein Geschäft. Vier dicke Rollen Mülltüten hat er bereits verbraucht.Zweimal entstopfte ein Klemper mittels stapazierfähiger Gummi-Saugglocke die Toilette – Schliefer hatte dadurch wenige Wochen Ruhe, bis die Toilette erneut den Geist aufgab. Für den 71-Jährigen eine ganz und gar unangenehme, und unannehmbare Situation. Zu allem Überfluss liefen beim letzten Rohreinigungsversuch die aufgestauten Fäkalien auch noch in die Badewanne, sagt Schliefer. Mit vereinten Kräften säuberten er und der Reinigungsfachmann das Bad. Empört zeigt sich Schliefer darüber, dass der Klempner behauptete, er spüle nicht ordentlich genug. „Die Jahre, in denen alles einwandfrei lief, habe ich auch nicht anders abgezogen.“
Sauberes Ende nahe?
Sind alte, angeblich untaugliche Rohre im Haus der Grund für Schliefers Misere? Die Hausverwaltung beruft sich auf ein Mitverschulden des Mieters und zitiert aus einem entsprechenden Bericht der beauftragten Klempnerei. Außerdem sei der zuständige Verwaltungsmitarbeiter nicht zeitnah und direkt über die technischen Probleme des Mieters informiert worden.
Schliefer schüttelt den Kopf. „Die haben das seit Dezember nicht in Griff bekommen, und unverhofft steht wieder ein neuer Klempner vor meiner Tür.“ Seit ein paar Tagen läuft die Toilette endlich wieder und Schliefer hat seine „Notdurft-WC-Tüten“ zur Seite gelegt. Er wünscht sich, dass die üble Angelegenheit nun endgültig einen sauberen Abschluss findet. Skeptisch bleibt er aber.
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