"Es stank entsetzlich"

Mit diesem Schild kündigt der Betreiber des geschlossenen Discounters die Eröffnung eines „modernen Lebensmittelmarktes“ an. Foto: mag

Weiter Ärger um geschlossenen Discounter am Sand - Vorwurf: "Die Verwaltung tut nichts"

Von Marion Göhring. Harburg.
Warum greift das Bezirksamt nicht ein? Die Händler vom Harburger Wochenmarkt verstehen die Welt nicht mehr: Im Juni wurde der Discountmarkt „Mini Money“ am Rand der Marktfläche wegen „massiver hygienischer Mängel“ amtlich geschlossen. Das ist knapp fünf Monate her, ein Ärgernis ist der Laden aber immer noch.
Zum Beispiel Donnerstag vor einer Woche: „Die haben die Wandverkleidungen runter gerissen“, sagt ein Händler. „Dabei stand die Tür den ganzen Tag offen, es stank entsetzlich.“ Eine Händlerin, die ihren Stand in unmittelbarer Nähe aufgebaut hat, hatte sich einen Mundschutz umgebunden. Als der Discounter noch geöffnet und unter anderem Obst und Gemüse „mittlerer Qualität“ verkauft hatte, litt sie unter Allergien, vermutlich durch Staub und Schimmel hervorgerufen. Heute will sie sich nicht mehr äußern, das gebe nur Ärger mit dem Betreiber des Ladens.
Kundin Birgit Dittmann will nun aber kein Blatt mehr vor den Mund nehmen: „Das stinkt zum Himmel!“ Sie ärgert sich vor allem über das Bezirksamt: „Ich habe da mehrere Male angerufen und mich über die Zustände in dem Laden beschwert.“ Das habe die Mitarbeiter des Bezirksamt aber wenig interessiert, keiner habe sich zuständig gefühlt. Birgit Dittmann: „Eigentlich ist das doch eine Zumutung: Da möchte man als Bürger einen Missstand melden, dann muss man sich erst umständlich durchfragen und schließlich passiert gar nichts. Wozu gibt es denn einen Verbraucherschutz?“ Wenn der nichts tue, könne man ihn auch einsparen.
Hans-Dieter Roscinski, ein anderer Kunde auf dem Wochenmarkt: „In Ordnung ist das alles nicht. Ich kann nicht verstehen, dass das Bezirksamt da nichts machen kann. Oder wollen die nicht?“
Das Bezirksamt hat offenbar keine Handhabe, „auf Verdacht“ allein kann es niemanden verbieten, in den Räumen Einzelhandel zu betreiben. Nach der Schließung des Discounters hatte es mehrere Begehungen durch das Fachamt Verbraucherschutz, Gesundheit und Umwelt gegeben. Über die Ergebnisse erteilt das Bezirksamt keine Auskunft. „Wir gehen aber allen neuen Hinweisen nach“, sagt Bezirksamtssprecherin Beatrice Göhring.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.