Es fehlt an Socken, Wäsche – und Helfern

Die ehrenamtlichen Helfer in der Kleiderkammer der Flüchtlingsunterkunft an der Poststraße freuen sich über Verstärkung. Foto: sl

Hochbetrieb in der Kleiderkammer in der Erstaufnahme Harburger Poststraße

Von Sabine Langner. HARBURG.
Dass eine alte Motorradjacke eine derartige Begeisterung auslösen kann, hätte der frühere Besitzer sicher nicht gedacht. „80 Paar Socken haben wir dafür bekommen“, strahlt Dorothee Liehmann. Was klingt wie ein Schwarzmarktgeschäft nach dem Zweiten Weltkrieg, ist Alltag in der Zentralen Erstaufnahmestelle (ZEA) in der Harburger Poststraße.
Zwischen 300 und 600 Flüchtlinge leben hier. Manche nur ein paar Tage, andere ein paar Monate, je nachdem, ob sie Platz in einer Folgeeinrichtung finden. Versorgt mit Kleidung werden die Flüchtlinge von rund 50 ehrenamtlichen Helfern aus der Kleiderkammer.
Im vergangenen Sommer ist die Helfergruppe entstanden. Beate Nordmeyer hatte die Idee. Selber Ehefrau, Mutter und zeitlich auch ganz gut eingebunden in ihrem Job als Werbegestalterin, hatte die 49-jährige das Gefühl, man müsse etwas tun angesichts der Flüchtlingsmengen. Über Facebook gründete sie die Gruppe „Hand in Hand für Harburg“.
Schnell fand sie ein paar Gleichgesinnte, die seitdem regelmäßig in der Kleiderkammer schuften. „Jeder gibt so viel Zeit, wie er kann“, sagt Beate Nordmeyer. „Einige sind fast jeden Tag dabei, andere schaffen ein paar Stunden im Monat. Willkommen sind alle Helfer.“
Jede Woche bringt ein Lastwagen vom Verein Hanseatic Help eine Ladung Klamotten nach Harburg. Hier werden die grob vorsortierten Sachen nach Größen in provisorische Regale eingeräumt. Flüchtlinge, die Kleidung benötigen, bekommen von den Sozialarbeitern vom ZEA-Betreiber fördern & wohnen einen Zettel, auf dem steht, was gerade gebraucht wird. Täglich jeweils für zwei Stunden am Vormittag und am Nachmittag geben die Helfer Kleidung aus.
Besonders dringend wird momentan Unterwäsche benötigt. „Wir brauchen neue Unterwäsche für Männer und Frauen sowie Socken“, bittet Beate Nordmeyer um Hilfe. So erklärt sich auch die Freude über die Lederjacke. „Kein Flüchtling kann damit etwas anfangen, aber wir haben die Jacke verkauft und von dem Geld Socken gekauft“, erläutert Dorothee Liehmann.
Doch so langsam geht den Helfern die Luft aus. „Es wäre schön, wenn wir noch ein paar Menschen finden könnten, die helfen wollen“, sagt Beate Nordmeyer. Wer helfen will:
Tel 0171/38 70 333.
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