Erinnerung an Harburger Nazi-Opfer

Der Harburger Student Hans Leipelt wurde 1943 beim Verteilen von Flugblättern gefasst, vom Volksgerichtshof deswegen zum Tode verurteilt und am 29. Januar 1945 hingerichtet. Foto: pr

Sonderausstellung in der Bücherhalle Harburg bis 5. Februar: Hans Leipelt und die Weiße Rose

Vor 70 Jahren, am 29. Januar 1945, wurde Hans Leipelt im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet. Sein Verbrechen: Der aus Harburg stammende Student hatte zusammen mit seiner Freundin Marie-Luise Jahn Flugblätter der Münchener Widerstandsgruppe Weiße Rose verteilt. In der Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstraße, wird jetzt in der Ausstellung „Hans Leipelt und die Weiße Rose“ daran erinnert. Verantwortlich für die bis 5. Februar laufende Ausstellung: die Initiative Gedenken in Harburg sowie die Weiße Rose-Stiftung.
Hans Leipelt wuchs im Hamburger Süden auf und stammte aus einer weltoffenen, wohlhabenden Familie, die mütterlicherseits von antisemitischer Verfolgung betroffen war. Er selbst galt als „Halbjude“ und studierte am Chemischen Ins-titut München.
Dort traf er Gleichgesinnte, und lernte seine Freundin Marie-Luise Jahn kennen, die sich seinem Widerstand aktiv anschloss. Im Oktober 1943 wurden Hans Leipelt, Marie-Luise Jahn und weitere Freunde verhaftet. Ein Jahr später verurteilte der Volksgerichtshof Hans Leipelt zum Tode. Am 29. Januar 1945 wurde er im Gefängnis München-Stadelheim mit der Guillotine hingerichtet. Als einziges Familienmitlied überlebte seine Schwester Maria Leipelt die NS-Diktatur.
In der Harburger Ausstellung „Hans Leipelt und die Weiße Rose“ kommen auch zwei Personen zu Wort, die Leipelt besonders nahe standen: seine Freundin Marie-Luise Schultze-Jahn sowie Karl Ludwig Schneider, enger Freund aus Hamburg.


Weiße Rose
Die Weiße Rose war der Name einer Widerstandsgruppe in München während der Nazi-Zeit. Im Juni 1942 wurde die Gruppe gegründet und bestand bis zum Februar 1943. Zu den Mitgliedern gehörten unter anderem die Geschwister Hans und Sophie Scholl. Die Mitglieder der Weißen Rose verfassten, druckten und verteilten unter Lebensgefahr insgesamt sechs Flugblätter, in denen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgerufen wurde.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs hatte die Weiße Rose deutschlandweit 16 Tote zu beklagen. Zu denen, die nicht überlebten, gehörten auch Hans Leipelt und seine Mutter, die am 9. Dezember 1943 tot in ihrer Zelle im Polizeigefängnis Fuhlsbüttel aufgefunden wurde.
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