Eine Chance für Straßenkinder in Bolivien

Die gebürtige Bolivianerin Ruth Imana-Krauß setzt sich für die Völkerverständigung zwischen Deutschen und Bolivianern ein. Foto: sl
SABINE LANGNER, HARBURG
Als Ruth Imana-Krauß vor 39 Jahren nach Deutschland kam, wollte sie eigentlich Chemie studieren. Doch nach zwei Semestern traf sie ihren späteren Ehemann, wurde schwanger und beschloss, in Hamburg zu bleiben. Vergessen konnte sie ihre bolivianische Heimat allerdings nicht, und so war es für sie nur ein kleiner Schritt, den Circulo Boliviano Alemán – CBA e.V. mitzugründen. Der gemeinnützige Verein hat es sich 1999 auf die Fahnen geschrieben, für die Völkerverständigung zwischen Bolivien und Deutschland einzutreten. Gegründet mit neun Mitgliedern, hat der Verein inzwischen 25 Mitglieder. Hauptziel ist es, Straßenkinder in Bolivien zu unterstützen. „Viele Menschen in Bolivien sind arm und katholisch“, sagt Ruth Imana-Krauß. „Keine gute Mischung. Die Frauen dürfen nicht verhüten und bringen mehr Kinder zu Welt als sie ernähren können. Die Folge sind Straßenkinder, die kein Zuhause und nichts zu essen haben. Da wollten wir etwas tun.“
Rund 300.000 Euro hat der Verein in den letzten zwölf Jahren aus Spenden auf den Weg nach Bolivien gebracht. Hier gibt es das Projekt „Pro Nino Abandonado“ (Für das verlassene Kind). Sozialarbeiter kümmern sich um die Kinder, schicken sie zur Schule, kleiden sie ein und ernähren sie. „Am wichtigsten ist aber, dass die Kinder nach der Schule eine Ausbildung machen können“, sagt die Harburgerin. „Das Projekt hat in Santa Cruz de la Sierra eine kleine Bäckerei und eine Schreinerei. Hier lernen die Jugendlichen ein Handwerk. Das ist Hilfe zur Selbsthilfe.“ Mit zwei eigenen wohl geratenen Kindern ist es für Ruth Imana-Krauß eine Selbstverständlichkeit zu helfen. „Die Kinder sind doch die Zukunft“, sagt sie.
Unterstützt wird die umtriebige Frau von ihrem Mann Werner Krauß, einem Lehrer, der die Buchhaltung übernommen hat. Neben dem Sammeln von Spenden veranstaltet der Verein einmal im Jahr einen bolivianischen Abend, bei dem gemeinsam südamerikanisch gekocht wird. Mehr Infos und Kontakt gibt es bei Ruth Imana-Krauß unter der Rufnummer 76 47 12 54.
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