Ein Spielplatz wird zum Klo

Verschmutzte Papiertaschentücher in den Ecken zeugen von einem dringenden Bedürfnis – auf einem Spielplatz! Foto: sl

Rathausplatz: Keine Toilette - also geht's ab in die Büsche...

"Ekelhaft!“ Schockiert beobachteten in den vergangenen Monaten zahlreiche Harburger, wie Menschen auf dem Spielplatz am Rathausplatz ihre Notdurft verrichteten. Verschmutze Papiertücher bedeckten nur oberflächlich die „Schiethaufen“ in den Ecken.
Ein Problem, mit dem ganz besonders die neue Kita in der Rathauspassage zu kämpfen hat. „Wir gehen schon immer mit Mülltüten, Handschuhen und Zangen über den Spielplatz“, sagt eine Erzieherin. „Wir finden Kothaufen, verschmutztes Papier, Zigarettenkippen und auch mal die eine oder andere Spritze.“
Besonders mit den ganz kleinen Kindern sei dies ein echtes Problem, weil die gern alles anfassen. Offiziell schimpfen mag allerdings keiner der Mitarbeiter. Die erst im Mai eröffnete Kita hat bisher erst 50 der geplanten 90 Plätze belegt und fürchtet, mit diesem Thema Eltern abzuschrecken.
Wer den Spielplatz mit dem auffälligen Holzmammut verschmutzt, kann nur vermutet werden. Teilweise handelt es sich offenbar um die „Rathausplatz-Szene“. Es wurden aber auch schon Menschen am Nachmittag gesichtet, die eigentlich auf ihre Kinder aufpassen. „Der Spielplatz gehört nur bis 13 Uhr zu uns“, sagt Katrin Geyer, Pressesprecherin der Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten. „Nachmittags wird er öffentlich genutzt.“
Sie ist allerdings ganz optimistisch, dass sich das Problem lösen lässt. „In den letzten Wochen wurde der Spielplatz vom Bezirksamt ein bisschen umgebaut und dadurch viel einsichtiger. Die Nischen sind weg, und damit ist die Hemmschwelle viel größer geworden.“
Auch das Bezirksamt arbeitet mit Hochdruck daran, dass der Spielplatz sauber bleibt. „Wir haben eine Reinigungsfirma beauftragt, den Spielplatz zweimal pro Woche zu reinigen“, sagt Beatrice Göhring, Pressesprecherin der Harburger Verwaltung. Zusätzlich kontrolliert noch einmal wöchentlich die Abteilung Stadtgrün den Spielplatz. Eine öffentliche Toilette, die das Problem sofort lösen würde, sei allerdings keine Option. Die sei in Betreuung und Wartung zu teuer.
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