Ein Museum für Hanne Darboven

In der alten Villa am Burgberg wird das Hanne-Darboven-Museum entstehen. In drei Jahren etwa, so rechnet die Hanne-Darboven-Stiftung, wird ein Teil ihres Werkes ausgestellt werden. Foto:ast

In Rönneburg entsteht ein kulturelles Highlight – statt Reihenhäuser oder Stadtvillen

von ANDREA STEIN, HARBURG
„Jetzt wird wieder zusammen gefügt, was nach dem Krieg auseinander gerissen wurde.“ Jörg Plickat, Geschäftsführer der Hanne-Darboven-Stiftung, ist erleichtert: Die Stiftung hat den Zuschlag bekommen und die Villa auf dem Grundstück Vogteistraße/Am Burgberg in Rönneburg erworben. Damit gehört das ehemals als Kinderheim und zuletzt als Flüchtlingsunterkunft genutzte Gebäude wieder zum Ensemble der Familie Darboven.
Hanne Darboven, weltweit anerkannte Konzeptkünstlerin, hatte bis zuletzt in den daneben liegenden Fachwerkgebäuden gelebt und gearbeitet. Im März 2009 verstarb sie im Alter von 67 Jahren und hinterließ eine Unmenge an Exponaten, davon allein 450.000 Blätter, die sie mit Zahlenreihen, Additionen und Quersummen beschrieben hat.
Rund eine halbe Million Euro habe man für das in den 20er Jahren erbaute Backsteingebäude geboten, so Plickat. Dafür kann man nun einen lang gehegten Traum in Angriff nehmen und ein Hanne Darboven Museum einrichten: „Es ist viel interessanter, die Werke eines Künstlers dort zu sehen, wo er gearbeitet hat“, weiß Plickat. Auf den gut 1.600 Quadratmetern Wohnfläche im Haupt- sowie im Nebengebäude wird man nun endlich Platz haben, um die Werke zu katalogisieren, zu archivieren und sie vor allem einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Harburg bekommt somit nach der Sammlung Falckenberg in den Phoenix-Hallen, wo seit kurzem übrigens ein ganzer Raum für die Kunst der Hanne Darboven eingerichtet ist, ein weiteres kulturelles Highlight, das über die Landesgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit sorgen wird. Schliesslich sind die Werke der Rönneburgerin unter anderem in New York, Paris, Madrid und Berlin zu sehen.
Behörde, Senatskommission und der städtische Sozialdienstleister fördern & wohnen als letzter Eigentümer der Villa waren sich offensichtlich einig. „Das Konzept und der Kaufpreis haben überzeugt“, sagt Björn Domroese, Sprecher der Finanzbehörde.
Die Stiftung, deren Vorsitz der Harburger Kaffee-Kaufmann und Cousin der Künstlerin Albert Darboven innehat, zeigt sich auch erleichtert, weil das Gebäude nun erhalten bleibt: Die Finanzbehörde hatte in der Immobilien-Ausschreibung nämlich signalisiert, dass der neue Eigentümer das Gebäude auch abreißen und stattdessen Reihen-, Doppelhäuser oder Stadtvillen errichten könne.
 auf anderen WebseitenSenden
5 Kommentare
36
Herzog Otto aus Harburg | 11.07.2012 | 11:18  
6
Clara Wiest aus Wilstorf | 12.07.2012 | 17:02  
237
Manfred Hagel aus Harburg | 16.07.2012 | 22:54  
36
Herzog Otto aus Harburg | 17.07.2012 | 13:57  
6
Gary Lukas Albrecht aus Altona | 23.08.2012 | 22:48  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.