Ein Jahr in Berlin

Metin Hakverdi besuchte auch den Winterball der Harburger Schützengilde. Foto: bit
 
Herlind Gundelach war 2014 im Bundestag neun Mal am Mikrofon. Foto: Deutscher Bundestag/Achim Melde

Interview mit den Harburger Bundestagsabgeordneten
Metin Hakverdi (SPD), Herlind Gundelach (CDU) und Manuel Sarrazin (Grüne)

Der Wahlkreis Harburg/Bergedorf stellt drei Bundestagsabgeordnete: Metin Hakverdi (SPD), Herlind Gundelach (CDU) und Manuel Sarrazin (Grüne). Wie verlief das vergangene Jahr in Berlin? Das Wochenblatt hat nachgefragt.

Was haben Sie 2014 für Ihren Wahlkreis Harburg/Bergedorf erreicht?

Metin Hakverdi: Gelungene Politik ist immer eine Gemeinschaftsleistung. Das gilt für alle Ebenen. So konnten wir vor Ort im Wahlkreis zum Beispiel die Restaurierung der Arp-Schnitger-Orgel in Neuenfelde ermöglichen, ebenso wie die Sanierung des Wilhelmsburger St.-Maximilian-Kolbe-Kirchturms. Aber auch bundespolitische Erfolge wirken im Wahlkreis nach. In der Koalition haben wir Ja zum Mindestlohn und zur Rente nach 45 Beitragsjahren gesagt. Beide Entscheidungen verbessern beziehungsweise sichern die Lebensgrundlage vieler Bürgerinnen und Bürger in Bergedorf, Harburg und Wilhelmsburg.

Herlind Gundelach: In mehreren Gesprächen sowohl mit dem Vorstand der Deutschen Bahn als auch mit Mitgliedern des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages habe ich mich für die Berücksichtigung der Belange des Hamburger Südens im nächsten Bundesverkehrswegeplan eingesetzt; dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen, der Bundesverkehrswegeplan wird erst im Verlauf dieses Jahres endgültig beschlossen werden. Quasi als Weih-nachtsgeschenk ist es zusammen mit dem Berichterstatter im Haushaltsausschuss gelungen, aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes 400.000 € für die Sanierung der St. Maximilian-Kolbe-Kirche in Wilhelmsburg zu gewinnen. So muss diese Kirche, die ein architektonisches Zeugnis der 60er Jahre ist, nicht abgerissen werden.

Manuel Sarrazin: Ich habe mich gegenüber dem Bundesinnenministerium für den Erhalt des Kulturcafes Stellwerk eingesetzt und Druck machen können, dass die Bundespolizei sich im Sinne einer gütlichen Einigung bewegt. Leider reichte das alleine nicht aus, um das Stellwerk zu erhalten.



Welches Thema hatte Ihre erste Rede im Bundestag?

Metin Hakverdi: Meine erste Rede war eine finanzpolitische. Am 20. Februar 2014 habe ich sie zum Thema „Strafbefreiende Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung“ gehalten.

Herlind Gundelach: Meine
erste Rede im Deutschen Bundestag beschäftigte sich mit einem Antrag der Grünen zur Energiewende im Gebäudebereich; ich bin die Berichterstatterin für Energieeffizienz der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Wirtschaft und Energie. Im Übrigen habe ich in 2014 insgesamt neun Mal geredet.

Manuel Sarrazin: Ich bin bereits seit 2008 im Deutschen Bundestag. Meine letzte Rede habe ich am 18. Dezember zum Thema Finanzhilfen für Griechenland gehalten.


Welche Länder haben Sie als Abgeordneter 2014 bereist?

Metin Hakverdi: In Brüssel habe ich bei der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament Gespräche zum Thema Bankenunion geführt. Später besuchte ich mit Abgeordnetenkollegen Israel und die autonomen palästinensischen Gebiete, um mit Akteuren ganz unterschiedlicher Parteien zu diskutieren. Bei einem Besuch des Finanzausschusses in Paris sprachen wir mit OECD-Vertretern auch über den internationalen Datenaustausch. Schließlich habe ich bei einem Besuch in Peking und Shanghai die Einflüsse Chinas auf die europäische, deutsche und Hamburger Wirtschaft hautnah erkunden können.

Herlind Gundelach: Mit dem Ausschuss für Kultur und Medien, dessen stellvertretende Vorsitzende ich bin, bereiste ich die Länder der beiden Kulturhauptstädte Europas 2014, nämlich Umeo in Schweden und Riga in Lettland. Mit dem Ausschuss für Wirtschaft und Energie besuchte ich Kanada, hier waren unsere zentralen Gesprächsthemen das Freihandelsabkommen CETA und Fracking, die Gewinnung von Erdgas und Erdöl aus Schiefergestein.

Manuel Sarrazin: Ich habe zahlreiche Länder in der EU und darüber hinaus Russland, Moldau und die Ukraine bereist. In der Ukraine war ich im Jahr 2014 aufgrund meiner Zuständigkeit für dieses Thema vier Mal.


Haben Sie 2014 Zeit gefunden, um in Berlin ein Konzert/Theater/Handballspiel etc zu besuchen? Was haben Sie gesehen?

Metin Hakverdi: Nein, leider nicht. Nur kurz vor Weihnachten war ich mit Freunden beim traditionellen Weihnachtssingen des 1. FC Union Berlin.

Herlind Gundelach: In 2014 war ich mehrfach sowohl im Konzert (Philharmonie, Konzerthaus am Gendarmenmarkt), in der Oper (derzeit im Schiller-Theater untergebracht) als auch in diversen Theatern.

Manuel Sarrazin: Ich war beim Fussballspiel Hertha BSC Berlin gegen Werder Bremen.


Was wünschen Sie sich für 2015?

Metin Hakverdi: Ich wünsche mir, dass Hamburg und der Hamburger Süden Flüchtlingen auch weiterhin mit Hilfsbereitschaft und Unvoreingenommenheit begegnet. Weltpolitisch hoffe ich darauf, dass es dem Westen gelingt, wieder zu einem partnerschaftlichen Umgang mit Russland zu kommen. Und schließlich wünsche ich mir, dass die Hamburger Wählerinnen und Wähler Olaf Scholz bei der Bürgerschaftswahl im Februar mit einem starken Mandat ausstatten.

Herlind Gundelach: Für 2015 wünsche ich mir, dass wir in der Umsetzung der Energiewende vorankommen, damit Deutschland und Hamburg als Industriestandort auch weiterhin wettbewerbsfähig sind und die Arbeitsplätze erhalten werden. Ferner hoffe ich natürlich, dass meine Bemühungen um Infrastrukturmittel für den Hamburger Süden von Erfolg gekrönt sein werden; für Wilhelmsburg insbesondere wünsche ich mir, dass der vor allem mit der IBA begonnene Weg der Aufwertung unseres Stadtteils weitergeht.

Manuel Sarrazin: Frieden in der Ukraine und der Welt.
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1 Kommentar
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 16.01.2015 | 15:42  
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