„Ein Engel kommt" …

(Foto: Foto: Louisa Schuldt)
heißt die neueste Musicalproduktion der Stadtteilschule Harburg, die am 19.04 in der Friedrich-Ebert-Halle Premiere hatte.


Das Stück muss die echten Kollegen der Hauptfigur, dem Engel Lucas (gespielt und gesungen von Victor Sepulveda), so beeindruckt haben, dass sie noch rechtzeitig eingriffen, um die Premiere zu retten. Dass sie überhaupt stattfinden würde, war nicht sicher und zwar nicht, weil die Stadtteilschule Harburg ihre seit 1993 währenden Tradition nicht fortsetzen, sondern weil die Notbeleuchtung einfach nicht funktionieren wollte. Die Schutzengel des Musicals konnten die eigentlich unverzichtbare Generalprobe allerdings auch nicht mehr retten. Sie fiel aus.


Was das Regieduo Katinka Walter und Jan-Henning Preuße unter erheblich erschwerten Bedingungen auf die Bühne brachte, war dennoch beeindruckend. Die Texte von Thomas Lehnhardt und die Musik von Marius Lehnhardt über die ewig streitenden Familien „Wurst“, Dönerlan“ und „Wuschig“ trafen den Zeitgeist und das Zwerchfell auf den Punkt. Direkt den Asi-TV Sendungen a la RTL und SAT1 entsprungen scheint die Schlachterfamilie Wurst, die türkische Familie Dönerlan hätte auch in „Was guggst du…“ auftreten können und schließlich die Wuschigs, spießiges Bürgertum, immer noch in Trauer um die verlorenen Ländereien in Ostpreussen. Eine congeniale Mischung, um alle Register der Kommödie, der Satire, des Klamauks und des Kabaretts zu ziehen.


In dieses Fegefeuer der Eitelkeiten schickt „Frau Gott“ (gespielt und gesungen von Saskia Samuel) in Vertretung ihres abwesenden Mannes, den schüchternen „Reparaturengel“ Lucas um Harmonie zu stiften. Sein Lohn, wenn es ihm gelingen sollte: die Fortsetzung seines irdischen Lebens. Das Musicals mit Engeln ein Happy End haben müssen ist klar, bis dahin aber nimmt das mitreissende Schülerensembel der Stadtteilschule Harburg jeden mit auf eine Achterbahnfahrt aus gekonntem Schauspiel, intelligentem Wortwitz, überzeugendem Solo- wie Chorgesang und Akrobatik.


Eine halbe Stunde begeisterte standig ovation mit einer Zugabe nach der anderen, sind der wohlverdiente Lohn für alle Beteiligten auf und hinter der Bühne und freudiger Abschluss eines wundervollen Musicalabends.


Da es schon fast zur Tradition der GSH gehört, ihre neuen Musicals nicht nur einmal aufzuführen, so dürfen wir uns schon jetzt auf weitere Vorstellungen von „Ein Engel kommt…“ freuen!?
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