Ein bisschen Heimat auf den Teller

Erol Aslan stammt aus der Türkei und lebt seit dem Jahr 2000 in Harburg. In der Rieckhoffstraße im SeeveViertel öffnete sein Ethno-Supermarkt Adese im August 2006 die Türen, den er gemeinsam mit seiner Schwester Türkan Durmaz führt. Aslan selber wohnt mittlerweile in Marmstorf. Foto: möhle

Erol Aslan ist Inhaber des Ethno-Supermarktes Adesee in der Rieckhoffstraße

Von Almut Möhle.
Im Harburger Ethno-Supermarkt Adese in der Rieckhoffstraße 8 bis 10 ist es rappelvoll. Der Inhaber Erol Aslan, gebürtiger Türke, geht aufrecht und gelassen durch seinen Markt mit einer Einkaufsfläche von 1000 Quadratmetern. Er ist auf dem Weg in sein Büro. Immer wieder grüßt er dabei Kunden oder wechselt ein paar Worte mit den Mitarbeitern. Das Handy hat er stets griffbereit. Es kommt häufig zum Einsatz. Meldet es sich, spricht Aslan mit ruhiger Stimme ein paar Sätze auf Türkisch in den Apparat und richtet dann wieder sein Augenmerk auf die Betriebsamkeit um ihn herum. Er wirkt zufrieden.
Der Kundenkreis ist groß und multikulturell. Menschen unterschiedlicher Nationen stehen vor den prall gefüllten Regalen und bedienen sich an dem bunten Warensortiment, schieben Einkaufswagen durch die Gänge oder stehen in einer der Schlangen vor den Kassen. Dort scannen junge Frauen mit Kopftüchern und bemerkenswerter Ruhe die Preise der Waren ein. Die Käufer stammen aus Russland, Polen, Persien, der Türkei, aus afrikanischen und asiatischen Staaten oder sind zwar hier geboren, haben aber ihre Wurzeln dort. Auch viele Deutsche zählen zu den Kunden.
An dem Warenangebot hat Erol Aslan intensiv gefeilt. Man findet hier Lebensmittel, die man anderswo nicht so leicht bekommt. „Ich habe meine Kunden nach ihren Essgewohnheiten befragt und welche Lebensmittel sie in Deutschland nur schwer oder gar nicht bekommen“, berichtet Aslan. So wuchs das Sortiment auf mittlerweile 10.000 Artikel aus 40 Ländern der Erde an. Ob Minzwasser und Johannisbrotsirup, gelbe, schwarze oder rote Linsen, verschiedene Sorten Mehl und Bulgur, eingelegte Oliven, frische Backwaren, Gemüse und Obst – die Verbraucher finden für die jeweilige Landesküche die Originalzutaten.

Gelbe Schilder verweisen auf
Herkunftsländer der Waren

Über den Regalen weisen gelbe Schilder mit rotem Rand auf die Herkunftsländer der Waren oder Produktgruppen hin, wie Bosnien-Herzegowina und Indien. „Meine Kunden schätzen es sehr, dass sie hier ihre vertrauten Marken und Verpackungen kaufen können“, fährt er fort. „Natürlich führen wir auch sehr viele türkische und deutsche Produkte.“
Erol Aslan wurde 1974 geboren und lebte in der türkischen Stadt Sivas in Zentralanatolien. Dort hat er eine Ausbildung zum Buchhalter absolviert. Nach Harburg kam er im Jahr 2000, weil seine Schwester Türkan Durmaz hierher zog. Sie betrieb einen Gemüseladen an der Bremer Straße. Familie bedeutet ihm sehr viel.
Erol Aslan arbeitete zunächst in einem Hamburger Großhandel. So sammelte er in den folgenden Jahren wichtige Erfahrungen, um das Projekt „Adese“ zu wagen. Und das Konzept ging auf. Gemeinsam mit seiner Schwester und der Unterstützung seines Schwagers eröffnete er am 17. August 2006 den Adese Markt in Harburg und beschäftigt heute 35 Mitarbeiter. Es folgten 2010 und 2011 Adese 2 und 3 in Wilhelmsburg und Nettelnburg (Bergedorf).
„Herrn Aslan und sein Engagement im SeeveViertel werden hier von allen sehr geschätzt“, sagt Jörn Hansen, der Geschäftsführer vom Kulturzentrum Rieckhof. „Er hat, um nur ein Beispiel zu nennen, zum Gelingen des Straßenfestes im Juni sehr viel beigetragen.“ Aktuell freut Aslan sich auf die Umgestaltung der äußeren Fassade. „Die weißgelben Säulen, die vor dem Markt stehen, werden in den Laden integriert. Eine gläserne Glasfront und Aluminium beherrschen dann die Optik. Ich bin sicher, dass das sehr gut aussehen wird“, erklärt Aslan. Dann lacht er und fügt hinzu: „Weitere Hobbys habe ich nicht. Meine Arbeit ist mein Hobby. Darin gehe ich auf.“

SeeveVier
Kennen Sie das „SeeveViertel“? So heißt seit 1984 der Bereich zwischen Buxtehuder Straße, Moorstraße und Harburger Ring. In der Öffentlichkeit hat sich diese Bezeichnung nicht durchgesetzt. Rieckhof-Geschäftsführer Jörn Hansen möchte mithelfen, dass aus dem SeeveViertel ein lebendiges Quartier wird. „Das Viertel ist längst nicht so schlecht, wie es gemacht wird“, urteilt Hansen und schwärmt von den vielen kleinen Läden und den netten Menschen. Wir stellen einige von ihnen in loser Folge vor.tel
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