„Du, Gila, dein Mann schießt auf den Vogel“

in unvergesslicher Moment: Nach dem Meisterschuss ging es im letzten Jahr per „Gildefahrstuhl“ zur Vergatterung. Foto: sd

Vogelschießen 2012: Peter Kreitmayer kam, sah und siegte

Die schönsten Momente im Leben sind die, in denen du spürst, du bist zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Mit diesem Fazit im aktuellen Gildebuch beendet Peter Kreitmayr, amtierender König der Harburger Schützengilde, am kommenden Wochenende seine zwölfmonatige Amtszeit. Einen solchen magischen Moment erlebte der 66-jährige Techniker, als er im Juni 2012 im Schießstand auf dem Schwarzenberg den hölzernen Vogel zur Strecke brachte.
Das Schießen um die Königswürde gestaltete sich im letzten Jahr streckenweise etwas zäh. Die beiden Depu-Mitglieder Ingo Mönke (1. Schaffer) und Conrad Bader (1. Kapitän) feuerten zwar aus allen Rohren auf den 50 Meter entfernten Gilde-Piepmatz. Dieser erwies sich allerdings als widerstandsfähig.
In einer Schießpause scherzte Peter Kreitmayr in vertrauter Runde, dass könne man besser machen. „Im nächsten Moment hatte ich schon das Gewehr in der Hand und legte selbst auf den Vogel an“, erinnert sich Seine Majestät mit einem verschmitzten Grinsen. Eiligst wurde seine Gattin Gisela von allen Seiten per Handy benachrichtigt. „Du, Gila, dein Mann schießt auf den Vogel!“.
Pikant: Nicole, die Ehefrau des Kontrahenten Ingo Mönke, ist die Tochter von Peter Kreitmayr. Seite an Seite standen Mutter und Tochter schließlich im Schießstand und wussten nicht so recht, welchem Schützen sie die
Damen drücken sollen.
Nach einem 90-minütigen Kugelhagel ging endlich nach einem Treffer von Conrad Bader der goldene Flügel zu Boden. Kurz darauf verabschiedete sich Ingo Mönke freiwillig aus dem Fight und überließ seinem Schwiegervater den Vortritt im Wettkampf um die Königswürde. Gegen 18 Uhr gelang es Peter Kreitmayr dann mit einem Meisterschuss den robusten Flattermann endgültig zu Fall zu bringen.
Sofort wurde er von lachenden und weinenden Gratulanten umringt. Alle Anwesenden jubelten dem kleinen Mann mit dem großen Kämpferherzen zu, der huldvoll winkend per „Gildefahrstuhl“ zur Vergatterung gebracht wurde. Am Abend wurde der „Außenseiterkandidat“ zum neuen Gildekönig proklamiert.
Zwölf aufregende Monate mit zahlreichen repräsentativen Terminen liegen jetzt hinter Peter Kreitmayr. Am kommenden Freitag, 14. Juni, erklingt für Seine Majestät der Große Zapfenstreich und markiert das Ende seiner Amtszeit.
Ganz Harburg blickt dann gespannt in Richtung Schwarzenberg, wo einen Tag später ein neuer Gildekönig gekürt wird.
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