Drogenambulanz Harburg geschlossen

In der Drogenambulanz erhalten Süchtige einen Ersatzstoff, in der Regel Methadon. Über diesen Weg soll ein Ausstieg aus der Suchterkrankung gelingen. Foto: panthermedia.net /Daniel Käsler

Seit Ende Februar werden alle Patienten an die Ambulanz
Altona verwiesen - Hintergrund: Personeller Engpass

Steht die Drogenambulanz Harburg vor dem Aus? Seit dem 23. Februar werden in den Räumen in der Amalienstraße keine Patienten mehr versorgt. „Wegen eines personellen Engpasses ist die Ambulanz geschlossen“, bestätigt Dr. Franz Jürgen Schell, Sprecher der Asklepios Kliniken.
Hintergrund: In der Ambulanz erhalten drogenabhängige Patienten einen Ersatzstoff, meist Methadon. So sollen sie einen Ausstieg aus ihrer Sucht-erkrankung finden. Neben der Substitution werden die Patienten auch wegen anderer Erkrankungen mitbehandelt oder an weitere Fachärzte vermittelt. Dr. Franz Jürgen Schell: „Es besteht ein gutes Netz von niedergelassenen Ärzten, die sich gemeinsam um die verschiedenen Belange der Patienten kümmern.“
Schwierig, Fachpersonal
zu gewinnen
Darüberhinaus wird in der Drogenambulanz Harburg - wie in jeder der Asklepios Ambulanzen- mit dem Drogenhilfeträger „Jugend hilft Jugend“ zusammengearbeitet. Patienten werden von zwei jhj-Mitarbeitern psychosozial betreut.

Woher kommt jetzt der personelle Engpass? „Der ist aufgrund von Kündigungen, Verrentungen sowie Dauererkrankung von Mitarbeitern der Ambulanz entstanden. Sowohl die Stellenanzeigen für medizinische Fachangestellte als auch für Ärzte sind bislang ohne den gewünschten Erfolg geblieben“, sagt der Asklepios-Sprecher, „insgesamt ist es schwierig, Ärzte und medizinisches Fachpersonal für diese Tätigkeit zu gewinnen.“

Wo erhalten die Patienten jetzt Hilfe? „Allen wurde als Alternative die Ambulanz Altona angeboten“, so Dr. Franz Jürgen Schell, „darüber hinaus konnten sich die Patienten auch für unsere weiteren Ambulanzen in Wandsbek oder im Klinikum Nord zur Fortsetzung der Behandlung entscheiden.“

Wie geht es mit der Drogen-ambulanz Harburg weiter? Asklepios-Sprecher Schell: „Der Mietvertrag für die Immobilie läuft zum Jahresende aus. Wir prüfen momentan verschiedene Varianten, wo und wie wir die Versorgung der Harburger Patienten fortsetzen.“


Standort
Amalienstraße

Seit 2006 befindet sich die Drogenambulanz im Harburger Zentrum, in der Amalienstraße. Vorher war sie in der Buxtehuder Straße zu finden. 2014 wurden 298 Drogenabhängige behandelt, 2013 waren es 283. Den Höchststand gab es 2008 mit 368 Patienten.
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