Dringend gesucht: Unterkünfte für Flüchtlinge

Bezirksamtsleiter Thomas Völsch, Prof. Dr. Stefan Christl (M., Asklepios Klinik Harburg) und Marco Walker (Geschäftsführender Direktor des Asklepios Klinik Harburg) im Haus 2, das gerade für die Ankunft der Gäste vorbereitet wird. Foto: pr

In der Asklepios Klinik Harburg werden 90 Flüchtlinge
einquartiert - Keine Flüchtlinge in Mariahilf-Altbau

Jeden Tag kommen 200 Flüchtlinge nach Hamburg. Für deren Unterbringung müssen ständig neue Unterkünfte gefunden und bestehende Einrichtungen erweitert werden. Sonst droht den Schutz suchenden Menschen die Obdachlosigkeit. Auch im Bezirk Harburg werden weitere Unterbringungsmöglichkeiten benötigt. Die Suche bleibt schwierig, wie die folgenden drei Beispiele zeigen.

Schnell und unbürokratisch verlief die Absprache mit der Asklepios Klinik Harburg. Im ehemaligen Bettenhaus (Haus 2), das derzeit als Lager dient, werden ab Ende August bis zu 90 Flüchtlinge untergebracht: überwiegend Schwangere, Frauen mit Kindern sowie Personen, die medizinische Hilfe benötigen. Die Flüchtlingsbetreuung übernimmt fördern & wohnen. Die Klinik kümmert sich um die Ausstattung der Räume und die Verpflegung der Bewohner.Übrigens: Asklepios hatte das Gebäude angeboten!
„Die Flüchtlinge können ab Ende August zwei komplette Etagen in Haus 2 beziehen, im gleichen Gebäude befindet sich auch die Klinikverwaltung, außerdem die Haustechnik und unsere Klinik-Kita. Wir leben also quasi Tür an Tür miteinander“, so Marco Walker, Geschäftsführender Direktor des Asklepios Klinikum Harburg.

Auch in der benachbarten Helios Mariahilf-Klinik stehen nach dem Umzug in den Neubau Gebäude leer. Ideal für die Unterbringung von Flüchtlingen, oder? „Aufgrund des schlechten baulichen und versorgungstechnischen Zustandes der alten Gebäude sowie der bereits geplanten Nachnutzung können wir eine Bereitstellung an die Stadt leider nicht gewährleisten“, formuliert Helios-Sprecherin Tanja Velter. Im Klartext: Im Altbau der Mariahilf-Klinik werden keine Flüchtlinge untergebracht.

Was ist mit den leer stehenden Saga/GWG-Wohnungen in der Denickestraße/Thörlstraße? Hier hätten die Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf und müss-ten nicht in Zelten leben. Nach Auskunft der Saga/GWG stehen in diesem Bereich im Augenblick tatsächlich 147 Wohnungen leer. Allerdings soll der gesamte Komplex abgerissen werden und einem Neubau mit 325 Wohnungen weichen.
Die Abrissarbeiten haben bereits begonnen, in den leeren Wohnungen wurden Strom-, Gas- und Wasserleitungen gekappt. „Eine etwaige vorrübergehende Zwischenunterbringung von Flüchtlingen in diesen Wohnungen würde enorme Herrichtungskosten verursachen und mindestens sechs Monate der Vorbereitung in Anspruch nehmen“, erklärt Saga/GWG-Sprecher Michael Ahrens.

Hintergrund
Hamburg muss rund 2,5
Prozent aller in Deutschland Schutz suchenden Menschen aufnehmen. Bis Ende Juli 2015 wurden 7.226
Flüchtlinge öffentlich untergebracht. Damit wurden bereits jetzt die Zahlen des gesamten Vorjahres 2014 übertroffen. Aktuell kommen im
Schnitt rund 200 Flüchtlinge täglich nach Hamburg.
Weitere Informationen
zu diesem Thema gibt es im Internet unter:
www.hamburg.de/fluechtlinge
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