Dreckigste Ecke Hamburgs?

Kein schöner Anblick: In den Straßen des Phoenixviertels steht überall Sperrmüll herum, dazwischen liegen aufgerissene Mülltüten, Altpapier und jede Menge Hundehaufen. Foto: al

Phoenixviertel: Stadtreinigung erhöht Reinigungsfrequenz – ab April soll fünf Mal pro Woche gereinigt werden

Von Claudia Pittelkow. HARBURG.
Ist das Harburger Phoenixviertel die dreckigste Ecke Hamburgs? An manchen Tagen sieht es so aus. Letzte Woche Freitag: In der Wilstorfer Straße steht ein alter Fernseher, vor der Polizeiwache hängen Altkleider im Gebüsch, in der Eddelbüttelstraße verrottet ein Kinderstühlchen, und in der Baerstraße steht ein herrenloser Bürostuhl herum. Dazwischen überall aufgerissene Mülltüten, Altpapier und Hundehaufen. Die Geschäftsleute im Viertel haben schon lange die Nase voll.
„Manchmal merkt man Kunden an, dass sie vom Müll angewidert sind, dann kommen sie nicht wieder“, berichtet Iris Buhmann, Inhaberin der Druckwerkstatt Süderelbe in der Wilstorfer Straße. „Das ist geschäftsschädigend!“ Die Stadtreinigung komme zwar häufiger als früher, doch nicht oft genug. „Meistens mache ich selber sauber. Ich habe mir extra einen Greifer angeschafft, mit dem ich Essensreste, Kaffeebecher, kaputte Bierflaschen und Altpapier aus den Grüninseln entferne“, so die Geschäftsfrau.
Auch Anibal Fernandes vom benachbarten Café Luso nimmt die Sache selbst in die Hand. „Früher war es sauberer, doch inzwischen muss ich selber öfters vor der Tür sauber machen, denn der Dreck zieht Tiere an.“
Yasser Ansary vom Taschengeschäft „Jasmin“ klagt: „Hier liegen in immer alte Möbel auf der Straße. Seit Anfang 2012 wohnen hier viele Bulgaren, die holen sich neue Möbel und werfen die alten auf die Straße.“ Auch er habe registriert, dass die Stadtreinigung häufiger komme. „Aber das reicht trotzdem noch nicht aus“, findet er.
Damit das Viertel nicht völlig verkommt, soll die Reinigungsfrequenz jetzt von drei auf fünf Mal pro Woche erhöht werden. Sanierungsbeirat, Steg und Bezirksamt sind sich einig, die Bezirksversammlung muss noch zustimmen. „Zum 1. April solls losgehen“, bestätigt Andree Möller, Sprecher der Stadtreinigung Hamburg (SRHH). Die Anwohner werden die Mehrkosten für die häufige Straßenreinigung in ihrer Nebenkostenabrechnung wiederfinden: Statt 1,31 Euro pro Meter sind dann wöchentlich 2,22 Euro fällig.
Übrigens: Die dreckigste Ecke Hamburgs ist das Phoenixviertel noch lange nicht – auf der Reeperbahn wird pro Woche 14 Mal gereinigt!


CDU schlägt Alarm: Hamburg verwahrlost
Müll ist ein großes Problem in Hamburg. In manchen Stadtteilen kommt die Stadtreinigung, die auch für das Leeren der öffentlichen Abfallkörbe zuständig ist, jetzt schon nicht mehr hinterher. Trotzdem hat der Senat die Mittel der Stadtreinigung für das Jahr 2013 um 3,4 Millionen Euro gekürzt, von 24 Millionen auf 20,6 Millionen Euro. „Die SPD interessiert sich anscheinend wenig für Sauberkeit und Ordnung auf unseren Straßen und lässt die Hamburger in den Stadtteilen im Stich“, kritisiert Karl-Heinz Warnholz, Abgeordneter der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Anders sei die Kürzung bei der Stadtreinigung nicht zu erklären. Damit riskiere der Senat die Verwahrlosung der Stadt. pit
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15 Kommentare
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 29.01.2013 | 13:44  
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Jürgen Lohse aus Neugraben | 30.01.2013 | 15:10  
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Manfred Hagel aus Harburg | 30.01.2013 | 20:40  
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Herzog Otto aus Harburg | 31.01.2013 | 10:08  
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Manfred Hagel aus Harburg | 31.01.2013 | 12:36  
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 04.02.2013 | 14:29  
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Manfred Hagel aus Harburg | 04.02.2013 | 21:16  
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 06.02.2013 | 17:36  
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Herzog Otto aus Harburg | 07.02.2013 | 15:16  
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 07.02.2013 | 16:23  
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Manfred Hagel aus Harburg | 07.02.2013 | 22:05  
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Herzog Otto aus Harburg | 08.02.2013 | 14:14  
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Manfred Hagel aus Harburg | 09.02.2013 | 22:18  
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Herzog Otto aus Harburg | 11.02.2013 | 11:14  
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Manfred Hagel aus Harburg | 11.02.2013 | 21:50  
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