Diese Roboter können kicken

Felix Patschowski, Philipp Eisele, Stefan Kaufmann (v.l.) trainieren die Roboter-Mannschaft mit einer Studenten-Gruppe der TU Harburg. Die Harburger fahren in diesem Jahr zum ersten Mal zum RoboCup, der seit 2007 ausgetragen wird. Zuvor messen sie sich im April mit anderen Mannschaften bei den deutschen Meisterschaften in Magdeburg. Foto: as

Mannschaft der TU Harburg tritt beim RoboCup in Brasilien an

Von Anna Sosnowski.
Sie sind nur 58 Zentimeter groß und vier Kilogramm schwer, doch die Spieler der TU Harburg, die im Juli bei der Weltmeisterschaft in Brasilien kicken werden, haben es in sich. Die Naos – so heißen die von einem französischen Hersteller gebauten humanoiden Roboter – sind ausgestattet mit 25 Motoren, zwei HD Kameras, Ultraschall, WLAN und diversen Sensoren. Mit dieser hochmodernen Robotermannschaft treten Harburger Studenten vom 19. bis zum 25. Juli 2014 beim Robocop Brazil an – eine Woche nachdem dort die Fifa Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen wird.
Die Qualifikation haben sie gleich im ersten Anlauf geschafft. „Wir sind ein bisschen stolz darauf, weil wir uns gegen Teams durchgesetzt haben, die schon lange dabei sind“, sagt Felix Patschowski (25). Er ist einer von 30 Studenten, die 2013 den Verein „Roboting@TUHH“ gegründet haben und die Mannschaft seitdem trainieren. Die jungen Wissenschaftler arbeiten in drei Gruppen: „Vision“, „Motion“ und „Brain“. „Vision hat erarbeitet, dass der Ball erkannt wird, Motion dass man ihn wegschießen kann und Brain, dass die Entscheidung dazu getroffen wird“, erklärt Stefan Kaufmann, Elektrotechniker und wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU.
In Brasilien treten alle Teams mit den gleichen Robotern an. Für die passende Software sorgen jedoch alle Mannschaften selbst. „Wir mussten ihnen Leben einhauchen“, sagt Kaufmann. Damit die fünf Spieler, die per WLAN miteinander kommunizieren, während der zehnminütigen Spiele nicht nur auf dem Kunstrasen rumstehen, sondern Tore schießen, braucht es eine Strategie. An der tüftelt Felix Patschowski, Teil der Gruppe „Brain“. „Ursprüngliches Ziel des RoboCup war es bis 2050, ein Roboter-Team zu erschaffen, dass gegen die deutsche Nationalmannschaft antreten kann“, sagt der Informatik-Ingenieurwesen-Student. So weit ist man noch lange nicht. Um die Entwicklung jedoch voranzutreiben, werden die Regeln jedes Jahr schwerer. Im Juli müssen die Naos zum ersten Mal den Pfiff des Schiedsrichters hören können.
Die TU-Studenten investieren große Teile ihrer Freizeit in das Projekt. Finanziert wird es von Sponsoren. Die Kosten sind hoch: Allein 70.000 Euro fallen jährlich für Lizenzgebühren und Wartung an, neue Roboter kosten 3.200 Euro. „Das ist ein sehr teures Hobby“, sagt Phi-lipp Eisele (21). Der Maschinenbau-Student ist für Marketing zuständig und immer auf der Suche nach neuen Sponsoren.
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