"Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration"

Jeden Tag gibt Elisabeth Can ehrenamtlich Nachhilfe für Kinder mit ausländischen Wurzeln. Foto: sl
SABINE LANGNER, HARBURG
„Viele Kinder von ausländischen Eltern, die zweisprachig aufwachsen, vermischen die Sprachen miteinander. Dabei kommt dann oft ein ganz seltsames Kauderwelsch heraus.“ Elisabeth Can weiß wovon sie redet. Seit zehn Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich im Mirgranten Elternbund Hamburg und Umgebung e.V. und bietet Nachhilfeunterricht für Kinder von ausländischen Eltern an. „Die meisten Kinder haben türkische Eltern“, sagt die 73-jährige Harburgerin. „Ich spreche selber türkisch, das macht die Kommunikation leichter. Aber es gibt auch vietnamesische Kinder. Da rede ich mit Händen und Füßen mit den Eltern.“

Täglich von 14 bis 19 Uhr sitzt Elisabeth Can in der alten Hausmeisterwohnung der Schule Bunatwiete bereit. Die Schulbehörde hat dem Verein die Wohnung bisher kostenlos überlassen. Wie viel Geld die Behörde auf diese Weise dem Projekt zuschießt, wollte die Schulbehörde nicht sagen.

7,50 bis 10 Euro zahlen die Kinder pro Stunde Einzelunterricht. „Wenn eine Familie mit drei Kindern kommt, dann ist der Preis auch verhandelbar“, räumt die gelernte Dolmetscherin ein. Das Geld fließt komplett in den Verein, der dafür Lehrmaterialien, Getränke und Kekse kauft. Ganz umsonst mag Elisabeth Can die Stunden nicht anbieten, „weil ich glaube, dass sich die Kinder mehr anstrengen, wenn es Geld kostet.“

Deutsch und Englisch unterrichtet sie. Ganz nebenbei greift sie dabei auch noch das Thema Integration auf. Neu ist ein junger türkischer Referendar aus Reinbek, der Dienstags von 15 bis 18 Uhr Mathe und Naturwissenschaften unterrichtet. „Ich bin sehr froh, dass wir diesen Lehrer gewinnen konnten, ehrenamtlich bei uns mitzumachen“, sagt Elisabeth Can. „Wir bieten Unterricht von der ersten bis zur 13. Klasse an. Aber bei den Naturwissenschaften in den höheren Klassen muss ich auch die Segel streichen.“

Der Nachhilfeunterricht spricht sich über Mundpropaganda herum, wobei der Bedarf stark von der Jahreszeit abhängt. Kurz vor den Halbjahreszeugnissen hat Elisabeth Can am meisten zu tun. „Wenn die Zeugnisse durch sind, dann habe ich nahezu Ferien“, lächelt sie.
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