"Die Sprache ist der Schlüssel!"

Elisabeth Can kümmert sich seit zehn Jahren im Migranten Elternbund um die Integration von Ausländern. Foto: sl

Phoenix-Viertel: Elisabeth Can vom Migranten Elternbund gibt
Kindern mit ausländischen Wurzeln kostenlos Nachhilfe in Deutsch

In einer alten Hausmeisterwohnung der Schule Bunatwiete gibt sie Kindern mit ausländischen Wurzeln Nachhilfeunterricht in Deutsch und Englisch. Jeden Tag. Denn wie es ist, fremd in einem Land zu sein, weiß Elisabeth Can ganz genau. Die heute 73-jährige Harburgerin war fünf Jahre alt, als sich die Familie in den letzten Kriegswochen mit einem Koffer aus dem damaligen Westpreußen auf den Weg Richtung Westen machte.
Mit Mitte 20 entschied sie sich, für sieben Jahre in Kanada zu leben. Sie war 33 Jahre alt, als sie ihrem türkischen Ehemann in die Türkei folgte. „Mein Mann sprach damals perfekt deutsch und englisch“, erinnert sie sich, „aber ich konnte gar nichts, und reden konnte ich nur mit meinem Mann.“
Ein Schlüsselerlebnis war für die junge Frau, als sich die Nachbarn in der türkischen Kleinstadt, in der ihr Mann eine Anwaltskanzlei betrieb, Gedanken über christliche Feste machten. „Am 24. Dezember stellten mir die Nachbarn eine kleine Fichte vor die Tür“, berichtet Elisabeth Can.
Als sich Familie Can ein paar Jahren später entschied, in Deutschland zu leben, war es für Elisabeth Can selbstverständlich, dass sie sich für die Integration von Menschen aus anderen Ländern einsetzt. Perfektioniert hat sie dies vor zehn Jahren, als sie ihren Job als Dolmetscherin an den Nagel hängte. Seitdem arbeitet sie als erste Vorsitzende des Migranten Elternbundes Hamburg und Umgebung.
Der Bezirk Harburg hat dem Verein eine alte Hausmeisterwohnung in der Schule Bunatwiete kostenlos zur Verfügung gestellt. Hier findet Elisabeth Cans Nachhilfeunterricht statt. „Kinder zweisprachig aufwachsen zu lassen ist gut, aber wenn dabei Kauderwelsch rauskommt, ist das eine Katastrophe für die Zukunft der Kinder“, ist sie überzeugt.
Parallel dazu veranstaltet Elisabeth Can jeden Mittwoch von 10 bis 12.30 Uhr ein Frühstück für die Mütter. „Der Schlüssel ist die Sprache“, sagt sie. „Ich kenne so viele Frauen, die 20 Jahre hier leben und immer noch kein Deutsch können. Diese Frauen brauchen Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, bei Ämtern, bei der Frage nach der richtigen Schule für die Kinder.“
Dafür geht Elisabeth Can auch in die Harburger Moscheen, um die Mütter aufzuklären und ihre Hilfe anzubieten. Mehr Infos und Kontakt unter S 0162-966 10 59 oder
per mail unter
tucan333@hotmail.de.
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