Die Sch... wurde nicht abgepumpt

Anfang des Jahres wurde die „Transit“ in den Binnenhafen verholt. Technische Probleme mit der Entsorgung der Abwässer verzögern die Belegung. Foto: wahba

Wohnschiff „Transit“: Das Entwässerungssystem
funktioniert nicht – Flüchtlinge können nicht einziehen 

Von Rachel Wahba.
Drei Monate nachdem die „Transit“ im Harburger Binnenhafen festgemacht wurde, ist das Flüchtlingsschiff erst mit 50 Menschen belegt. Grund dafür ist eine technische Panne. Das Entwässerungssystem war nicht funktionstüchtig. Laut Jasmin Lotz, Sprecherin von fördern und wohnen, soll der Fehler jetzt behoben sein.
Lotz: „Die Abwasserpumpen waren zwischenzeitlich aufgrund von Verstopfung nicht voll funktionsfähig. Die Belastung der reparierten Pumpe wird langsam gesteigert, um die Funktionalität zu prüfen, beziehungsweise sicherzustellen. Wir sind zuversichtlich, die Belegung jetzt schrittweise fortzusetzen“.
Rund 200 Flüchtlinge will die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) auf dem Schiff im Harburger Binnenhafen unterbringen.

200 Menschen sollen
hier wohnen, 50 sind da


Im Bezirk stieß die BASFI mit ihrer Entscheidung, für Hamburgs erstes Flüchtlingsschiff ausgerechnet das Entwicklungsgebiet Binnenhafen auszuwählen, auf harsche Kritik. Die BASFI ist zuständig für die Unterbringung der Flüchtlinge, die in Harburg bleiben und aus der Erstunterbringung, den Zentralen Erstaufnahmen, ausziehen können. Die Fachbehörde blieb bei ihrer Standortentscheidung und wandte das Polizeirecht an. Zuständig für die Betreuung der Flüchtlinge ist „fördern und wohnen“. Auf der „Transit“ warten die Menschen auf die Entscheidungen über ihre Asylanträge.
Bereits wenige Wochen nachdem das Schiff Ende Dezember von Rotterdamm nach Harburg geschleppt worden war, sollte die Belegung abgeschlossen sein. „Das ist doch ein Hammer! Daran, dass bei 200 Menschen auch die Entwässerung funktionieren muss, hätte man doch gleich beim Umbau denken müssen. Auch die Leute bei der BASFI hätten wissen müssen, dass man die Fäkalien nicht einfach ins Hafenbecken kippen kann“, sagt der Harburger SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath.
Und sein Koalitionspartner, CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer, legt nach: „Dass die BASFI mit der Situation nicht fertig wird, sehen wir in Harburg doch an jeder Ecke. In Bostelbek sind alle Voraussetzungen geschaffen, damit die Flüchtlingscontainer aufgestellt werden können. Und was macht die BASFI? Sie wartet mit dem Aufbau bis August.“

Wohnschiff
Nach Auskunft der Harburger CDU hat Staatsrat Jan Pörksen die Anmietung der „Transit“ als „Griff daneben“ bezeichnet. Weitere Wohnschiffe zur Unterbringung von Flüchtlingen werde es in Hamburg nicht geben. Die endgültige Umrüstung der „Transit“ soll bis zu sechs Monaten dauern.
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