Der doppelte König vom Schwarzenberg

Per „Gildefahrstuhl“ zur Vergatterung: Peter Kreitmayr wurde am vergangenen Sonnabend zum neuen König der Harburger Schützengilde gekrönt. Foto: sd

Harburger Schützengilde: Montags-König Peter Kreitmayr erlegte den hölzernen Vogel

Von Sabine Deh.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Harburger Schützengilde konnte ein amtierender Montags-König die Königskrone gewinnen. Unter dem Jubel seiner Kameraden vom Schießclub Welfen zu Harburg wurden Peter Kreitmayr am Königsbrunnen die Amtsinsignien übergeben. Zuvor hatte der 66-Jährige seine Mitbewerber Ingo Mönke und Conrad Bader aus dem Rennen geworfen.
Der hölzerne Vogel erwies sich in diesem Jahr als besonders robust. Zunächst hatten nur Conrad Bader und Ingo Mönke, beide Mitglieder der Deputation, versucht, den Flattermann zur Strecke zu bringen Nach einer knappen Stunde trat plötzlich auch der amtierende Montags-König Peter Kreitmayr an.
Seine Tochter Nicole Mönke, die bis dahin ihrem Gatten die Daumen gedrückt hatte, rief erst mal ihre Mutter an, die keine Ahnung hatte, das ihr Mann sie zur Königin machten wollte. Eiligst machte sich Gisela Kreitmayr auf den Weg zum Schwarzenberg und beobachtete dort mit ihrer Tochter gebannt das Geschehen im Schießstand.
Über 90 Minuten überstand der Vogel den Kugelhagel der drei Schützen, bevor der goldene Flügel nach einem Treffer von Conrad Bader endlich zu Boden fiel. „Ich bin Sportsmann, darum machen wir weiter“, entschied der 42-Jährige, der an dieser Stelle den Königstitel eigentlich für sich beanspruchen konnte.
Ingo Mönke verabschiedete sich aus dem Wettkampf und überließ seinem Schwiegervater den Vortritt im Schießstand. Danach schenkten sich die beiden verbliebenen Kontrahenten nichts mehr, doch das zähe Federvieh wollte sich einfach nicht in sein Schicksal ergeben. Kommandeur Norbert Buchholz unterbrach das Schießen um 18 Uhr, dem eigentlich offiziellen Ende des Wettkampfs. „Nein, wir machen weiter bis der letzte Rest zu Boden fällt“, entschied Conrad Bader.
Mit dem 1.978 Schuss, um exakt 18.05 Uhr, konnte Kreitmayr dann einen der spektakulärsten Wettkämpfe der Harburger Schützengilde für sich entscheiden. „Ich bin überglücklich“, jubelte der kleine Mann mit dem großen Kämpferherzen, als er von seinen Kameraden per „Gildefahrstuhl“ zur Vergatterung getragen wurden.
Seinen liebevoll gepflegten Kleingarten in Eißendorf wird Seine Majestät jetzt allerdings zur neuen Gilde-Königsburg umfunktionieren müssen.
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