Der „Dicke“ tritt ab

37 Jahren stand Peter Sielaff (l.), hier mit Detlef Eggers, an der Spitze der Turnerschaft Harburg. Foto: TSH

Generationswechsel bei der Turnerschaft Harburg:
Vereinschef Peter Sielaff (77) hört auf, Detlef Eggers übernimmt

Generationswechsel an der Spitze der Turnerschaft Harburg. Nach 37 Jahren als Vorsitzender hat Peter Sielaff (77) nicht wieder kandidiert. Seine Nachfolge tritt Detlef Eggers an. Im Elbe Wochenblatt plaudert Sielaff, Ex-Ortsamtsleiter Süderelbe, ein wenig aus dem Nähkästchen.

„65 Jahre gehöre ich der Turnerschaft an, davon 37 Jahre als Vorsitzender. Der Anlass für den Eintritt: Ich wurde zu dick. Das hängt mir bis heute an. Bei alten Freunden heiße ich immer noch der „Dicke“. Mein Kampfname als Halbstarker.
Für die Turnerschaft Harburg von 1865 habe ich gerne gearbeitet als Vorstand und als Trainer unserer Leichtathleten, die heute noch auf ihre Hamburger Meisterschaften im Jugendbereich stolz sind. Eitelkeit hat mich dazu nicht dazu bewegt, Ehrenämter zu übernehmen. Das trägt nicht lange.
Die mit dem Sport erworbenen Fähigkeiten ermöglichten es mir, im Beruf zügig voranzukommen: vom Verwaltungslehrling im Bezirksamt Harburg bis zum Regierungsdirektor und nach der Pensionierung noch viele Jahre als freier Mitarbeiter einer Projekt-realisierungsgesellschaft der Freien und Hansestadt Hamburg.
In einem sportlich geprägten Umfeld habe ich meine Frau kennengelernt. Das hält auch schon über 50 Jahre. Sport im Verein verbindet.
Das Sportamt unter seinem damaligen Direktor Horst Drumm sowie sein kongenialer Partner HSB-Präsident Fritz Bauer hatten die Sportförderung in Hamburg neu geordnet:
- in die allgemeine Sportförderung, das waren die Lotto-Totomittel, über die der HSB in eigener Verantwortung verfügt,
- in die Förderung des Spitzensports, davon haben auch die Harburger Weltklasse-Athleten im Kanu-Rennsport, Oliver und Matthias Seack profitiert.
- Die dritte Säule dieses Konzepts bestand in der Förderung der Sportvereine vor Ort, also in den Bezirken mit koordinierenden Sportreferenten und der verlässlichen Bereitstellung staatlicher Sportstätten.
Gerade dieser dritte so wichtige Förderkomplex ist durch gehirnlose Zentralisierungs- und Privatisierungsmaßnahmen kaputtge-spart worden. Wenn eine Sporthalle kalt ist und die Toiletten verschmutzt und verstopft sind, dann bleibt das drei Tage so. Und in den Sommerferien und zwischen Weihnachten und Neujahr sind die Sporthallen sowieso dicht. Eine Steilvorlage für unsere Konkurrenz, für die kommerziellen Sportanbieter.“
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