Daumen drücken für das Harburger Hospiz

Am Mittwoch, 11. Dezember, wird das DRK-Hospiz am Blättnerring 18 feierlich eröffnet. Einen Tag später entscheidet das Verwaltungsgericht darüber, ob die Baugenehmigung für das Hospiz zu Recht erteilt worden ist. Die Gerichtsverhandlung findet im Hospiz statt. Foto: drk

Am 11. Dezember wird das Hospiz feierlich eröffnet -
einen Tag später entscheidet das Verwaltungsgericht über eine Anwohnerklage

Sorgt Harburg wieder für bundesweite Schlagzeilen? Jahrelang wurde im Bezirk für ein Hospiz gekämpft. Am 11. Dezember soll jetzt die Eröffnung gefeiert werden. Doch bereits einen Tag später droht das Aus! Am 12. Dezember entscheidet das Verwaltungsgericht aufgrund der Klage eines Anwohners über die Rechtmäßigkeit der Baugenehmigung. Die Gerichtsverhandlung findet im
Hospiz statt.
Hintergrund: Nach langer Suche nach einer geeigneten Fläche für ein Hospiz kaufte das Harburger DRK im Jahr 2011 das Gemeindehaus der Kirchengemeinde Sinstorf am Blättnerring. „Zuvor hatten wir eine Bauvoranfrage gestellt. Die wurde positiv beschieden“, erläutert Harburgs DRK-Kreisgeschäftsführer Harald Krüger.
Ein Hospiz mit Platz für zwölf Gäste entstand. Krüger: „Alles ist mit dem geltenden Bebauungsplan vereinbar. Befreiungen waren nicht nötig.“
Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Hospiz-Pläne regten sich Anwohnerproteste. Von Wertminderung der Grundstücke war die Rede. Auch die Befürchtung, in der Straße lebende Kinder könnten durch den Anblick von Leichenwagen Schäden davontragen, wurden genannt. Harburg geriet bundesweit in die Schlagzeilen.
Im Laufe der Zeit ebbten die Proteste ab. „Wir haben mit den Nachbarn ein sehr nettes Verhältnis“, sagt Harald Krüger. Nur mit einem einzigen Anwohnerpaar nicht. Das Ehepaar, dessen Grundstück direkt an das Hospiz grenzt, klagte vor dem Verwaltungsgericht gegen den Bau. Der Bau sei zu hoch, zu nah an der Grundstücksgrenze. „Das ist Quatsch“, so DRK-Geschäftsführer Krüger.
Problematischer ist ein zweiter Vorwurf. In einem reinen Wohngebiet sei, so die Argumentation der Kläger, ein Hospiz nur zulässig, wenn allein der „örtliche Bedarf“ gedeckt werde. Für den Ortsteil Langenbek wäre ein
Hospiz mit zwölf Plätzen demnach zu groß. Doch im ganzen Hamburger Süden gibt es kein anderes Hospiz.
Harald Krüger: „Wir haben uns ganz bewusst für ein Hospiz im Wohngebiet entschieden. Wer möchte schon in einem Gewerbegebiet, zwischen zwei Speditionen, sterben?“

Stellungnahme des Anwalts der Kläger, Rolf-Dieter Klooß:
"Meine Mandanten - und damit auch ich - möchten sich nicht an einer öffentlichen Diskussion außerhalb des Verwaltungsgerichtsverfahrens beteiligen. Ich kann nur wiederholen, was bereits gegenüber dem Hamburger Abendblatt erklärt wurde:

Das Bauvorhaben widerspricht nach unserer Auffassung den Festsetzungen des geltenden Bebauungsplanes und der Beschränkung auf ein Geschoss und steht nicht im Einklang mit dem Gebietscharakter. Diese Bedenken haben wir im Übrigen schon vor einem Jahr dem Bezirksamt gegenüber geäußert. Dem Widerspruch wurde aber nicht abgeholfen."


Hintergrund
In einem Hospiz bekommen unheilbar Kranke in ihrer letzten Lebensphase eine respektvolle, umfassende und kompetente Betreuung. Außerdem werden Beratung und Trauerbegleitung für die Angehörigen angeboten.
Der Umbau des früheren Gemeindehauses in ein modernes Hospiz für zwölf Gäste kostet rund drei Millionen Euro. Etwa eine Million Euro stellt das DRK bereit, 1,1 Millionen spendierte die Fernsehlotterie/Glücksspirale. „Spenden in Höhe von 400.000 Euro kamen aus der Bevölkerung“, weiß Harburgs DRK-Geschäftsführer Harald Krüger.
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