Das jungsteinzeitliche Langbett vom Klecker Wald im Landkreis Harburg

Das Langbett im Klecker vWald
 
Das Langbett im Klecker Wald
Großsteingräber im Landkreis Harburg
Heute "Das Langbett vom Klecker Wald"

Vor ca. 5.500 Jahren lebte in unseren Raum dem heutigen Landkreis Harburg die sogenannte Trichterbecherkultur.

Die Trichterbecherkultur ist eine archäologische Kultur der Jungsteinzeit
(ca. 4.200–2.800 v. Chr.) im nördlichen Mitteleuropa und in dieser Region die erste bäuerlich geprägte Kultur.

Diese Kultur hinterließ uns neben Scherbenfunden Ihre monumentalen
Megalithen- Bauwerke, die Dolmen, die Großsteingräber die wir auch als Hünengräber kennen.
Neben der Trichterbecherkultur lebten in weiten Teilen Europas noch zahlreiche andere Kulturen parallel.

Der Begriff Trichterbecherkultur wurde 1910 eingeführt, nach dem bei Ausgrabungen gefundenen, typischen Becher mit Trichterrand.

Megalithenbauwerke kommen neben einen großen Verbreitungsgebiet in Nord- Europa auch weltweit vor.

Die betreffenden Bauwerke (Megalithanlagen) bestehen aus bearbeiteten oder unbearbeiteten Steinen von 2- 5 Tonnen und mit Gewichten bis zu 30 Tonnen für Decksteine.
Es gibt überall lokale Besonderheiten und die verschiedenen Bauten beziehungsweise werden in Deutschland je nach Ausführung und vermutetem Verwendungszweck als Hünengräber, Dolmen, Ganggräber, Menhire oder Steinkisten bezeichnet. In anderen Ländern benutzt man andere Begriffe. Allgemein spricht man Megalithenbauwerken oder Großsteingräbern.
Das Joch oder Ur-Dolmen ist das bekannteste Bauwerk

Manche Experten sprechen nach neusten Untersuchungen von ehemals 50.000 Megalithen Anlagen in Europa und Sie sind neben den bronzezeitlichen Hügelgräber die am meisten vorkommenden Überbleibsel der Vorzeit. Hügelgräber und Hünengräber werden dabei oft verwechselt.
In Deutschland sind von einst mehr als 5.000 zum Teil recht eindrucksvollen Megalithen-Anlagen nur noch etwa 900 vorhanden.

Im Raum Harburg hat es einmal mehr als 100 Großsteingräber gegeben haben. Heute sind nur noch 5 von den stark zerstörten Anlagen teilweise erhalten.

Ein beeindruckendes Exemplar ist das Langbett im Klecker Wald.

Ein Langbett oder Hünenbett ist ein langgestrecktes mit einen Langhügel überzogenes Großsteingrab.
Das Langbett, Hünenbett oder auch Riesenbett besteht aus einen oder mehreren Dolmen bzw. Kammern und kann über bis zu 9 Decksteinen verfügen
Es ist mit einer oft sehr langen Einfassung von mehreren Steinen umgeben.
Oft seiner Größe wegen gegenüber dem einfachen Dolmen wird es als Königsgrab bezeichnet.

Die Einfassungen können in vielen Varianten vorkommen z.B. als Oval, Viereck, Rechteck oder Trapez.
Der Bau solcher riesigen Anlagen mit Ihren tonnenschweren Steinen wäre auch heute noch selbst mit technischen und maschinellen Mittel eine Meisterleistung.
Das nördliche Europa am Rande der letzten Eiszeit , der Weichsel-Kaltzeit bietet eine Menge an liegen gebliebenen Findlingen. Diese wurden aus der Umgebung herangeschafft und zum Bau verwendet. Aus diesem Grunde lassen sich die Großsteingräber vorwiegend im nördlichen Europa nachweisen.
Die Lücken zwischen den Steinblöcken wurden mit Trockenmauerwerk und kleinen Kiessteinen aufgefüllt. Der Boden wurde mit Kieserde, Lehm oder auch mit Feuersteinsplitter ausgelegt.

Das Langbett im Kleckener Wald ist ein sehr beeindruckendes Beispiel der damaligen Baukunst der Trichterbecher Kultur. Es muss zur damaligen Zeit ein imposanter Anblick gewesen sein.
Es hat die Sprockhoff- Nummer 675.
Das Langbett wird volkstümlich das Salongrab genannt.

Fährt man von Klecken (an der A1, südlich von Hamburg) nach Süden Richtung Buchholz, hat man kurz nach der Siedlung "Am Walde" unmittelbar rechts der Straße das Großsteingrab liegen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat man eine große Parkbucht, wo man gut parken kann. Ein Hinweisschild auf das Großsteingrab gibt es nicht. Neben der Anlage steht eine Informationstafel.
Es handelt sich um eine sehr schöne und sehenswerte Anlage mit einer Grabkammer in einem langen Hünenbett.

Das Langbett ist etwa 20° NE-SW orientiert. Die Ausrichtung ist dem höchsten Stand der Sonne nachempfunden. Das rechteckige Hünenbett weist eine Länge von 48 Metern und eine Breite von 6 Metern auf. Es besteht aus 76 Einfassungssteinen. Ursprünglich war die gesamte Anlage einmal mit einen Langhügel von bis zu 70 m versehen der wahrscheinlich über die steinerne Einfassung hinaus ragte.
Die eigentliche Grabkammer des Großsteingrabes im Kleckener Wald besaß ursprünglich 2 X 5 Trägersteine und mindestens 4 bis 5 große Decksteine. Die Kammer dürfte an die 6m X 2m groß sein.
Heute sind von der Kammer nur noch ein Deckstein und die 10 Trägersteine vorhanden . Der Deckstein liegt auf den nördlichen Tragsteinen. Der Zugang zur Kammer, von dem noch ein Stein erhalten ist, befand sich an der östlichen Längsseite.
Ein Besuch der steinzeitlichen Anlage lohnt sich und vermittelt dem Besucher eine eindrucksvolle, geschichtliche Hinterlassenschaft unserer Vorfahren aus der Jungsteinzeit.
Demnächst stelle ich hier die Großsteingräber von Emsen, Langenrehm und Wennersdorf vor.

Sven Poslednik
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Sven Poslednik aus Harburg | 15.03.2012 | 17:09  
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