„Das ist wie im Gefängnis“

Ohne funktionierenden Fahrstuhl können einige Bewohner der Seniorenwohnanlage in der Grumbrechtstraße ihre Wohnung nicht verlassen. Foto: sl

In der Saga/GWG-Seniorenwohnanlage Grumbrechtstraße
funktioniert seit Wochen der Fahrstuhl nicht

Die schicke Seniorenwohnanlage in der Grumbrechtstraße ist nagelneu. Erst vor zwei Jahren wurde Richtfest gefeiert. Und doch gibt’s Ärger. Der Fahrstuhl in Haus B ist defekt. Seit über sieben Wochen. Um das Haus zu verlassen, muss Elke Holz jetzt 80 Stufen steigen - mit Rollator und Sauerstoffgerät. Ein Ding der Unmöglichkeit. „Das ist wie im Gefängnis“, beklagt sie.
Hintergrund: Die Saga/GWG hat in der Grumbrechtstraße 106 barrierefreie Seniorenwohnungen errichtet, die in vier Gebäuden windmühlenartig um eine Mitte gruppiert sind. Elke Holz: „Wegen der Barrierefreiheit sind hier viele Senioren eingezogen.“ Niemand musste Treppen steigen, dafür hatte man ja den Fahrstuhl.
Doch seit dem 3. Oktober hat sich für die Bewohner die Welt geändert. „Da gab es einen Wasserschaden und dann ging auch der Fahrstuhl nicht mehr“, erninnert sich Elke Holz, die im fünften Stock wohnt. So etwas kann ja mal passieren, dachte sich die Harburgerin und wartete auf die Reparatur.
Regelmäßige Nachfragen blieben ergebnislos. Auf die angekündigte Reparatur warten die Senioren noch immer. Inzwischen sind über sieben Wochen vergangen. Unter den Bewohnern im Haus herrscht eine Mischung aus Wut, Empörung und Resignation. Eine Unterschriftenliste kursiert, in der von der Saga/GWG ein Mietnachlass gefordert wird. Aber nicht alle haben unterschrieben. „Viele trauen sich nicht“, so Elke Holz. „So kann es doch nicht weitergehen.“
Was sagt die Saga/GWG? „Der Aufzug ist nach einem Wasserschaden durch einen Wasserrohrbruch defekt. SAGA GWG hat unverzüglich den Hersteller eingeschaltet und mit der Reparatur beauftragt. Leider gibt es bei der zu erneuernden Steuerung Lieferfristen, die nicht verkürzt werden können“, so Sprecherin Kerstin Matzen.
Gibt es Hilfe für Senioren, die ihre Wohnung nicht allein verlassen können? Matzen: „Dienstleistungen werden in der Seniorenwohnanlage durch Vertreter der Arbeiterwohlfahrt (AWO) geleistet. Diese organisieren im Bedarfsfalle auch persönliche Hilfeleistung. In einer Bewohnerversammlung haben wir alle Mieter informiert, dass sie bei Beanspruchung zusätzlicher Dienstleistungen, die durch den Fahrstuhlausfall notwendig werden, selbstverständlich von uns die Kosten erstattet bekommen. Es liegen auch schon einige Rechnungen zur Erstattung vor.“
Fazit: Noch ist völlig unklar, wie lange die Senioren noch auf den Fahrstuhl verzichten müssen.
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