„Das ist reine Behörden-Willkür!“

Will das Bußgeld nicht zahlen und kämpft jetzt vor dem Harburger Amtsgericht: Rentner Dierck Hansen. Foto: ch

Rentner parkte seinen Pkw in der Tiefgaragen-Einfahrt der TUHH
und will jetzt kein Bußgeld zahlen

Dierck Hansen lässt nicht
locker. Weil er sich weigerte, 20 Euro Verwarnungsgeld zu zahlen, flatterte ihm ein Bußgeldbescheid ins Haus. Der Rentner schaltete auf stur; jetzt wird sein Fall vor dem Harburger Amtsgericht verhandelt.
Worum geht’s? Am 7. November hatte Hansen seinen Audi in der Eißendorfer Straße geparkt. Nicht auf dem Parkstreifen, wie er selbst zugibt. Sondern unmittelbar dahinter an der Straße, auf einer nicht gekennzeichneten Fläche. Ein kleines Stück seines Wagens ragte dabei in die Tiefgarageneinfahrt der Technischen Universität.
Aus Sicht der Polizei parkte der Wagen verbotswidrig zum Teil in der Einfahrt sowie auf einem nicht zum Parken freigegebenen Straßenteil, das nach Auskunft der Straßenverkehrsbehörde als Gehweg anzusehen ist. Konsequenz: ein Verwarnungsgeld über 20 Euro.

„Das ist gar
kein Gehweg“

Doch Dierck Hansen, als ehemaliger Mitarbeiter der Rechtsbehelfsstelle des Finanzamtes an Auseinandersetzungen gewöhnt, wollte nicht klein beigeben. „Ich habe nicht auf dem Gehweg geparkt“, argumentiert er, „sondern an der Straße, auf einer Verlängerung des Parkplatzes. Da ist gar kein Fußweg. Erst einmal kommt ein Radweg.“ Seinen Strafzettel hält er für „behördliche Willkür.“

Die Sicht versperrt

Ganz konsequent legte Hansen Widerspruch ein. Ergebnis: Aus dem 20-Euro-Verwarnungsgeld wurde ein 45 Euro-Bußgeld. Die Argumentation der Polizei klingt schlüssig. Hansens Audi stand in der Einfahrt, auf einem Gehweg und versperrte die Sicht. Durch Falschparker kommt es hier ständig zu Sichtbehinderungen für Fahrzeuge, die das TUHH-Gelände verlassen wollen. Bünabe Hans-Peter Hinrichsen: „Als zuständiger Stadtteilpolizist werden durch Mitarbeiter der TUHH regelmäßig Beschwerden über Falschparker an dieser Stelle an mich herangetragen.“
Dierck Hansen hat, wenig überraschend, eine völlig andere Sicht auf die Dinge. „Wenn ich vor dem Amtsgericht verliere, dann gehe ich weiter“, kündigt er schon einmal an. Ob’s dazu kommt, entscheidet sich am Donnerstag.
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4 Kommentare
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Enrico Meyer aus Rönneburg | 03.03.2015 | 19:10  
1.081
Norbert Schacht aus Harburg | 04.03.2015 | 17:34  
66
Heiner Fosseck aus Altona | 08.03.2015 | 14:59  
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Harburger Kern aus Eissendorf | 14.03.2015 | 10:38  
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