"Das endete jedes Mal mit einem Polizei-Einsatz"

In dem Hans-Fitze-Haus könnte man eine Anlaufstelle für Alkoholiker mit Sozialbetreuung einrichten. Foto: sl

Projekt "Betreute Trinkerräume" im Hans-Fitze-Haus kommt nicht voran - ein Problem: die unterschiedlichen Gruppen kommen nicht miteinander aus

Ob auf dem Rathausplatz oder am Sand: Nicht jedem gefällt es, dass mitten in Harburg regelmäßig Menschen öffentlich Alkohol trinken. Dass es auch anders geht, zeigt das „Projekt für Freizeitgestaltung (PFG), dessen Mitglieder sich seit Jahren am Container an der Knoopstraße treffen. Das Problem: Da die SAGA das Grundstück an der Knoopstraße gern bebauen möchte, soll nun ein neuer Standort gefunden werden. Ein Standort, an dem sich sich alle Gruppen - auch die vom Rathausplatz - aufhalten können. Fündig wurde das Bezirksamt beim Hans-Fitze-Haus in der gleichnamigen Straße. Das Haus steht leer, es gehört der Stadt, und man könnte hier Trinkerräume mit sozialer Betreuung einrichten. Soweit die Idee. Doch die Umsetzung hakt.
Bisher gibt es noch keine offiziellen Zahlen, wie teuer der Umbau werden würde. „Es gibt bisher auch überhaupt keine Idee über Öffnungszeiten“, regt sich Ralf Dieter Fischer (CDU) auf. „Was ist mit der Betreuung am Wochenende? An Feiertagen? Können die Leute ihre Hunde mitbringen? Ihre Kinder? So was muss man doch vorher klären. Das einzige Geld, das bisher für das Projekt zur Verfügung steht, sind die 15.000 Euro, die der Verein PFG jedes Jahr bekommt. Aber allein der Umbau liegt im sechsstelligen Bereich.“
Zu den finanziellen Schwierigkeiten kommen Einwände von den Betroffenen. Claudia Jammeh, Vorsitzende des Vereins PFG, ist sehr skeptisch. Man habe immer mal wieder versucht, die Szene vom Rathausplatz in den Verein PFG zu integrieren, aber „das endete jedes Mal mit einem Polizeieinsatz“, sagt Claudia Jammeh. Auch die geplante Kooperation mit Sozialarbeitern stößt auf Widerstand. „Unsere Leute wollen einfach in Ruhe ein Bier trinken und nicht mit irgendwelchen Streetworkern diskutieren.“
Als Alternative schlagen die Mitglieder des PFG-Vereins vor, dass sie ihre Container im Garten des Hans-Fitze-Hauses aufstellen und dort so weiter machen, wie bisher.
Stress droht auch von einer ganz anderen Seite. Gegenüber des Hans-Fitze-Hauses befindet sich ein Boxstudio. Mitglieder aus diesem Studio sind wenig begeistert von dem geplanten Zuwachs. „Wenn die Stress machen, gibt’s was auf die Fresse“, sagt ein Mitglied kurz und bündig. Keine guten Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander.
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Manfred Hagel aus Harburg | 14.11.2012 | 22:32  
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