Computerpanne legte Verwaltung lahm

Oh nein, der Computer hat seinen Geist aufgegeben. In den Hamburger Kundenzentren ging wegen einer Computerpanne zwei Tage lang nicht viel. Foto: panthermedia

An zwei Tagen ging im Harburger Kundenzentrum stundenlang nichts mehr –
Kunden aufgebracht, Mitarbeiter verzweifelt

Eine „technische Störung“ hat am Mittwoch hamburgweit sämtliche Kundenzentren der Bezirke blockiert. Nach Stunden konnte der städtische IT-Dienstleister Dataport den Schaden provisorisch reparieren. Doch schon am Donnerstag ging das System erneut in die Knie. Nichts ging mehr. An- und Ummeldungen konnten nicht bearbeitet, Ausweise nicht beantragt werden. Auch die Ausländerabteilungen waren betroffen. „Sehen Sie von einem Besuch im Kundenzentrum ab“, forderte das Bezirksamt Harburg per E-Mail (das funktionierte immerhin) auf.
Im Harburger Kundenzentrum herrschte am Donnerstag um 9 Uhr eine Mischung aus Wut, Ärger, Empörung und Resignation. Fast 70 Kunden standen auf den Fluren, viele hatten endlich einen Termin ergattert und sich extra frei genommen. Doch egal ob Termin- oder „Spontan“-Kunde: Wegen der erneuten Computerpanne wurden alle Besucher weggeschickt. „Es kam zu deutlichen mündlichen Reaktionen“, formulierteein Verwaltungsmitarbeiter angesichts zahlloser Beschimpfungen.
Am Nachmittag war die Panne (vorerst ?) behoben. Die Ämter nahmen ihre Arbeit wieder auf. Wer ohne Termin kam, freute sich über die jetzt leeren Flure und wurde prompt bedient...

Mitarbeiter Kundenzentren
Von den hamburgweit 212 Stellen in Kundenzentren (KUZ) – das sind über 40 weniger als 2012 – sind laut Rechnungshof-Bericht nur rund 170 Stellen besetzt. Im KUZ Harburg gibt es 11,73 Vollzeitstellen, nur 0,65 sind unbesetzt.
Die Arbeit ist stressig, sie hat deutlich zugenommen, die Fluktuation ist hoch, das Gehalt überschaubar. Die Krankheitsquote beträgt etwa 11 Prozent, der Durschnitt in der Hamburger Verwaltung beträgt 8 Prozent.


Richtfest Neubau Kundenzentrum
Im Frühsommer 2017 soll das Harburger Rathausforum des Bezirksamts komplett fertig sein. Bereits 2012 wurden das Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt (WBZ) sowie das Soziale Dienstleistungszentrum (SDZ) eingeweiht. Jetzt konnte beim Kundenzentrum, dem letzten Teil des Gebäude-Ensembles, nach rund siebenmonatiger Bauzeit Richtfest gefeiert werden.
Im Kundenzentrum – auf dem Gelände stand früher das Polizeikommissariat Knoopstraße – lässt die Sprinkenhof GmbH auf einer Nutzfläche von 3.063 Quadratmetern neben dem Eingangsbereich mit Empfangs-tresen zusätzlich 57 Büroräume bauen. Kosten: etwa 10,5 Millionen Euro.
Hier sollen die Bereiche des Einwohnerwesens inklusive der Zentralen Meldeangelegenheiten, das Einwohnerregister, die Abteilung Ausländerangelegenheiten und das Standesamt untergebracht werden.
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