CHRISTOPH TWICKEL: „GENTRIFIDINGSBUMS“

Wann? 20.10.2011 20:00 Uhr

Wo? Jazzclub im Stellwerk, Über dem Gleis 3, Hamburg DE
Hamburg: Jazzclub im Stellwerk | Do., 20.Okt, 20h
LESUNG & DISKUSSION:
CHRISTOPH TWICKEL: „GENTRIFIDINGSBUMS“
oder Eine Stadt für alle: Was ist eigentlich Gentrifizierung – und was kann man dagegen tun?

Twickel ist mit seiner provozierenden Analyse Hamburgs gern geladener Gast geworden. So wird er sich auch in der Kooperationsveranstaltung von Rieckhof und Stellwerk zur Gentrifi-zierung Hamburgs äußern und darstellen, welche Folgen dies auf das gesellschaftliche Le-ben hat. Nachfolgend aber setzen wir – die da auf der „falschen Seite des Flusses“ leben - dem ganzen die Krone auf und fragen mal nach, ob Hamburgs Süden eigentlich und über-haupt gentrifizierbar ist?!?
Worum geht es?
»Eine unübersichtliche Multitude, die neue Strategien erprobt und neue politische Spielräu-me jenseits von kulissenhafter Anwohnerbeteiligung und linksradikalem Puritanismus eröff-net: Bewegungen für das Recht auf Stadt müssen Tools erfinden, um Schneisen in die un-ternehmerische Stadt zu schlagen. Auch dieses Buch will ein solches Werkzeug sein.« Christoph Twickel
Wenn draußen nur noch das leise Raspeln von Rollkoffern auf dem Pflaster zu hören ist, wo sich früher die Nachbarn mit der Hupe rausgeklingelt haben; wenn das Bauschild vor dem Apartment-Rohbau das Viertel als »bunt und frech« anpreist; wenn die Suche nach einem WG-Zimmer zur Castingshow wird; wenn die Ballonseidenanzug-Träger an den Stadtrand ziehen; wenn der türkische Elektrohöker einem Flagshipstore weicht und selbst nachts um halb zwei noch Leute mit aufgeklapptem Macbook in der Bar sitzen: Dann ist es allerhöchste Zeit, sich Gedanken zum Thema Gentrifizierung zu machen.
Eine Linke könne heute nur aus einer Bewegung hervorgehen, die gegen Gentrifizierung und die Rendite kämpft, meint der italienische Philosoph Toni Negri. Genau dies geschieht der-zeit in Hamburg: Eine unübersichtliche »Multitude« macht sich auf, an den Grundfesten der neoliberalen Metropole zu rütteln. Mitten in der Premium 1A-Lage der innerstädtischen Shopping- und Office-Zone besetzen Künstler und Aktivisten in Hamburg ein halbverfallenes ehemaliges Arbeiterquartier. Das »Gängeviertel« wird zur Besetzung der Herzen, die nostal-gische Senioren und postautonome Wursthaarträger zusammenführt im Kampf gegen Inves-torenarchitektur und Verdrängung. In einem Manifest mit dem Titel »Not In Our Name, Marke Hamburg« verwahrt sich fast die gesamt Kulturszene dagegen, zum Standortfaktor für eine Stadt zu werden, deren Sahnelagen nur den Besserverdienenden zustehen. Schrebergärtner und Baumschützer, Kiez-Rentner und prekäre Desktop-Jobber, freie Künstler und Mieter-Aktivisten: Überall ist plötzlich vom »Recht auf Stadt« die Rede.
Aber was haben „Komm in die Gänge“, „Recht auf Stadt“ „not in our name“ mit dem Süden Hamburgs zu tun? Im Grunde könnte man in Twickels Streitschrift auch ein Rezept erkennen, wie man Stadtteile gentrifiziert. Und im Süden der Stadt würde mancher sich si-cher freuen, wenn es „ein wenig“ passierte. Kann man aber nur „ein bisschen“ gentrifizieren? Und wie funktioniert dieses Spiel? Wer sind die Player, wer die Nutznießer?
Die typischen Themen im Süden sind Markenbildung, Problemstadtteil, „Ekeltunnel“ aber auch Leerstand oder „Hafencity Süd“. Sie weisen klare Ansätze dessen auf, was Twickel für die „üblichen Viertel“ des Nordens analysiert hat. Grund genug also, sich dem Thema kritisch zu nähern und sich bewusst zu werden, dass eine „Aufwertung zur besseren Verwertung“ ein gefährliches Spiel sein kann. Und dass nicht nur für den schwächeren Teil der Bevölkerung …
Eintritt: 5,- €
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