Bombe in der Homannstraße

Geschafft. Die entschärfte Bombe wird abtransportiert. Foto: andré lenthe

1.500 Anwohner mussten Wohnungen verlassen - Entschärfung der Fliegerbombe dauerte bis in die Nacht

Am Mittwoch Nachmittag wurde bei Bauarbeiten in der Homannstraße eine 250 Kilo schwere britische Sprengbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Besonders brisant wurde die Sache, weil Bauarbeiter beim Ausschachten einer Baugrube die Bombe bewegt hatten. Der Kampfmittelräumdienst befürchtete, dass der Zünder durch die Bewegung aktiviert worden sein könnte. Eile war geboten. Bis in die späten Abendstunden waren Polizeibeamte und Feuerwehrkräfte aus ganz Hamburg im Einsatz, die Menschen rund um den Bombenfundort zu evakuieren.
Besondere Schwierigkeiten entstanden dadurch, dass die rund 230 - zum Teil bettlägerigen Bewohner - des Altenheims an der Rennkoppel evakuiert werden mussten. Dafür waren Einsatzfahrzeuge aus ganz Hamburg und zahlreiche Busse des HVV nötig, die aber nur nach und nach vorfahren konnten. Dadurch ging die Evakuierung nur sehr langsam voran. Gleichzeitig stoppten sowohl das Allgemeine Krankenhaus Harburg, als auch das Krankenhaus Maria Hilf alle nicht lebensnotwendigen Operationen, um für den Notfall gerüstet zu sein, und auch alle Krankenhäuser hatten erhöhte Bereitschaft.
Alle rund 1.500 Anwohner Heimfelds, die im Umkreis von 300 Metern zum Bombenfundort wohnen, mussten ihre Wohnungen verlassen. Teilweise kamen sie bei Freunden und Verwandten unter. Alle anderen hatten die Wahl zwischen der Pausenhalle der Schule Ehestorfer Weg oder der Turnhalle des Heisenberg-Gymnasiums in der Triftstraße. Hier richteten die Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes auch gleich eine zweite Turnhalle für all diejenigen her, die besonderen Pflege benötigten.
65 Hilfskräfte des DRK organisierten die Versorgung der Hilfebedürftigen. Sie verteilten belegte Brote, Bonbons, Wasser und Tee. Speziell ausgebildete Hilfskräfte standen parat, die zahlreichen Kinder in den Notunterkünften bei Laune zu halten. Gleichzeitig waren vier Ärzte vor Ort.
Eine gute Nachricht für Ireni Kizou. Die 30-jährige Harburgerin aus der Haakestraße erwartet in diesen Tagen ihr erstes Kind. „Eigentlich soll es erst am Freitag kommen“, sagte die junge Frau, die zusammen mit ihrer Mutter in die Schule Ehestorfer Weg gekommen war. „Aber als der Polizist mir sagte, ich müsse die Wohnung verlassen, habe ich Senkwehen bekommen. Jetzt hoffe ich, dass das Kind nicht gerade in der Pausenhalle kommen will. Aber lieber bin ich hier, wo es auch Ärzte gibt, als allein bei Freunden und warte dann vergeblich auf einen Krankenwagen, der nicht kommen kann, weil er Menschen evakuieren muss.“
Gegen 0.45 Uhr hatte der Kampfmittelräumdienst die Bombe entschärft.
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1 Kommentar
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Henrik Friske aus Heimfeld | 10.06.2012 | 12:55  
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