Bolero: Verwaltung hat keine Eile

Bolero-Chef Oliver Klühn ist verzweifelt über die abgesperrte Fläche vor seinem Restaurant. Foto: sl

Restaurant kann seit einem Jahr seinen Außenfläche nicht mehr nutzen - jetzt fehlen 250 Plätze

Von Sabine Langner.
Wenn die Sonne scheint, kämpft Oliver Klühn mit den Tränen. Bares Geld rinnt ihm durch die Finger. Warum? Auf der Fläche vor seinem Restaurant dürfen seit September 2014 keine Gäste mehr sitzen. Flatterband und rot-weiße Barken sperren die gesamte Fläche des ehemaligen Blumenmarktes hermetisch ab.
Statt vom Ärztehaus entspannt zum Bolero zu bummeln, müssen die Gäste jetzt eine kleine Treppe an der Seite benutzen. Schlecht für Mütter mit Kinderwagen und für Rollstuhlfahrer - die haben jetzt nur noch eine Chance auf einen Kaffee, wenn sie vorher anrufen und um Hilfe bitten.
Was ist passiert? Rund 30 Jahre lang diente die Freifläche vor dem Bolero als Blumenmarkt. 2002 stellte das Bezirksamt fest, dass das Dach des darunter liegenden Gebäudes marode ist und verordnete, dass ab sofort keine schweren Fahrzeuge darauf mehr fahren dürfte. Die Blumenhändler zogen eine Etage tiefer. Als Oliver Klühn 2005 das Bolero übernahm, tat er das zusammen mit seinem damaligen Partner mit der Option, die Fläche als Terrasse nutzen zu können. Jahrelang war dies ein beliebter Anlaufpunkt.

Bezirk und Eigentümer
streiten vor Gericht

Doch im September 2014 untersuchten Mitarbeiter der Bauprüfabteilung des Bezirksamtes die Fläche und legten sie innerhalb weniger Tage komplett still, „wegen angenommener mangelnder Standfestigkeit des Daches“, berichtet der Wirt. Plötzlich fehlten dem Bolero rund 250 Außenplätze. „Im Winter haben wir das nicht so gemerkt, aber seit April fehlen rund 25 bis 30 Prozent Umsatz“, klagt Oliver Klühn. „Ich musste inzwischen auch Mitarbeiter entlassen. Da muss doch irgendwann mal etwas passieren.“
Danach sieht es im Moment aber nicht aus. Seit Jahren liegen sich der Bezirk Harburg und der Besitzer des Hauses vor Gericht in den Haaren. Inzwischen gibt es Gerüchte, dass ein Investor plant, das ganze Ensemble abzureißen und dort ein fünfstöckiges Gebäude mit Wohnungen zu errichten.
Was dann aus dem Bolero wird? Oliver Klühns Mietvertrag läuft noch zehn Jahre. Das Bezirksamtssprecherin Beatrice Göhring: „Es soll ein Gutachten in Auftrag gegeben werden, dass den Zustand des Gebäudes untersucht. Daher wird sich an der jetzigen Sperrung der Fläche erstmal nichts ändern.“

FDP hat
nachgefragt

Inzwischen hat sich die Harburger Politik eingeschaltet. Carsten Schuster (FDP) fragt die Bezirksverwaltung, welche Maßnahmen seit der Absperrung ergriffen wurden. Auch warum die Gäste des Boleros nicht wenigstens am Rand der Blumenmarktfläche zu dem Restaurant kommen können. Eine Antwort darauf steht noch aus.
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2 Kommentare
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Pan H. Burg aus Harburg-City | 19.08.2015 | 07:44  
11
Hans Koolmann aus Altona | 20.08.2015 | 15:16  
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