Bleiben jetzt die Kunden weg?

Komplizierter als geplant: der Umbau der Brücke über den Östlichen Bahnhofskanal. Foto: mag

Östlicher Bahnhofskanal:
Vollsperrung der Klappbrücke wird verlängert

Von Andreas Göhring.
Noch leiden sie still: Nicole Sperling, Leiterin der Hoyer-Tankstelle in der Nartenstraße. Oder nebenan Jens Sörensen, Geschäftsführer des Handelshofs. Oder Marian Hansen, Chef im Gourmet-
Restaurant „Nordlicht“ am Veritaskai. Sie leiden unter der Vollsperrung der Klappbrücke über dem Östlichen Bahnhofskanal – ein nunmehr fast antikes Bauwerk, das wegen seines charakteristischen Aussehens mit den riesigen Gegengewichten nach seiner Einweihung in den 1930er-Jahren schnell den Spitznamen „Goebbels-Schnauze“ bekam. Viele Kunden bleiben einfach weg. Manchen ist auch der Weg durch allerlei Absperrungen viel zu mühsam.
Jetzt ist bekannt geworden: Die Leiden werden verlängert. Geplant war, die Sperrung im dritten Quartal 2016 wieder aufzuheben. Daraus wird aber nichts. „Die Sperrung wird bis ins vierte Quartal andauern“, sagt Dirk Köppel, Projektleiter Technik Binnenhafen vom Bezirksamt. Der Umbau ist offenbar komplizierter als geplant. Das hat mit dem Zustand des Östlichen Bahnhofskanals zu tun. Er ist total verschlammt, um ihn wieder schiffbar zu machen, müsste er komplett saniert werden. Geschätzte Kosten: mindestens 14 Millionen Euro. So viel Geld hat zurzeit keiner übrig.
Deshalb muss die Brücke nicht mehr klappen, und der zuständige Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) hat beschlossen, die Brücke „festzusetzen“. Dafür muss ein Rahmen aus Stahlbeton zwischen den vorhandenen Widerlagern eingesetzt werden. Außerdem steht die Brücke unter Denkmalschutz, deshalb sollen wiederum die eigentlich nicht mehr benötigten Gegengewichte erhalten bleiben.
Und wenn der neue Termin auch nicht eingehalten werden kann? „Das wird schon klappen“, sagt Köppel. Wenn nicht, wird es eng. Denn im zweiten Quartal 2017 soll die marode Brücke der Hannoverschen Straße über die Eisenbahn abgerissen und durch eine neue, kürzere Brücke ersetzt werden.
Läuft alles nach Plan, könnte im dritten Quartal 2018 alles wieder frei sein. Es könnte sein, dass sich Nicole Sperling, Jens Sörensen und Marian Hansen dann über zu viel Verkehr vor ihren Türen beschweren. Denn es wird wegen der Baustelle Hannoversche Straße neue Umleitungen geben.
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