Binnenhafenfest fällt im nächsten Jahr aus

Gorch von Blomberg und Timo Blume (l.) verkündeten das Aus für das Binnenhafenfest 2017. Foto: pr

Veranstalter KulturWerkstatt fehlt es an ehrenamtlichen Helfern und dem
erforderlichen „Kleingeld“ – jetzt kleinerer Binnenhafenmarkt geplant

olaf zimmermann, harburg

Das Binnenhafenfest 2017 fällt ins Wasser. Statt dessen möchten die Veranstalter von der KulturWerkstatt einen Binnenhafenmarkt ausrichten. „Das wird kleiner und günstiger“, erläutert Timo Blume (KulturWerkstatt), „ein Fest wie bisher können wir 2017 nicht leisten. Wir haben zuwenig Leute.“ Die Organisatoren wollen jetzt Luft holen, um 2018 wieder ein Binnenhafenfest auf die Beine stellen zu können.
16 Jahre hat die KulturWerkstatt Harburg bewiesen, dass Stadtteilfeste nicht automatisch „Sauf- und Fressmeilen“ mit sündhaft hohen Preisen sein müssen. Regelmäßig hat das Organisationsteam - natürlich komplett ehrenamtlich - familienfreundliche Hafen-Veranstaltungen von Harburgern für Harburger gemacht. Das Rezept funktionierte, bis zu 80.000 Besucher strömten in den Binnenhafen.
Jetzt ist dem kleinen Verein das Fest über den Kopf gewachsen. Das acht- bis zehnköpfige Organisationsteam arbeitet längst am Rande der Belas-tungsgrenze. Arbeiten müssten ausgelagert werden, aber dafür fehlt das Geld. Gorch von Blomberg (KulturWerkstatt): „Wir suchen Verstärkung bei der Organisation.“
Der Etat des Binnenhafenfests liegt bei 60.000 Euro (vor 16 Jahren waren es schon 50.000 Euro). „Eigentlich müssten wir auf 100.000 Euro gehen“, so Timo Blume.
Helfen würde es, wenn der Bezirk oder die Kulturbehörde dem Verein KulturWerkstatt einen festen Mitarbeiter bezahlt. „Das ist in dem Maß nicht möglich“, weiß Ralf-Dieter Fischer (CDU), Vorsitzender des Harburger Kulturausschusses. „Eine andere Aufteilung der Mittel würde zu Lasten des Kulturhauses Süderelbe, des Vereins Alles wird Schön oder der Geschichtswerkstatt gehen.“
Für 2017 soll die KulturWerkstatt 23.000 Euro aus Bezirkssondermitteln erhalten – das sind 7.500 Euro mehr als im Vorjahr, aber 9.500 Euro weniger als beantragt. Zum Vergleich: Für das Außenmühlenfest, eine gewerbliche Veranstaltung, gibt’s gar keine Sondermittel vom Bezirk.
Am Sonntag, 27. November, lädt die KulturWerkstatt zu einem Hafenfrühstück zum Thema „Harburg ohne Hafenfest“ ein. Mit dabei: unter anderem Bezirksamtsleiter Thomas Völsch. Die Veranstaltung findet ab 11 Uhr in der Werfthalle von Jugend in Arbeit, Zitadellenstraße 10, statt. Rege Teilnahme erwünscht!


KulturWerkstatt
Seit Gründung 1984 hat sich der Verein KulturWerkstatt Harburg die Pflege und Förderung von Kunst und Kultur in Harburg auf die Fahne geschrieben. Insbesondere soll die Erinnerung an den alten Binnenhafen hochgehalten werden. Beim in Eigenregie organisierten Binnenhafenfest konnten alljährlich Tausende von Besuchern die Geheimnisse und die Schönheit des alten Harburger Hafens bewundern.
Außerdem bietet die KulturWerkstatt regelmäßig Lesungen, Kino, Konzerte sowie verschiedene Kurse und Workshops an - für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Nach dem Abriss des Gebäudes Harburger Schloßstraße 23 hat die KulturWerkstatt seit 2007 ihr neues Zuhause in den Kontorräumen des traditionsreichen Harburger Handelshauses Renck & Hessenmüller am Kanalplatz 6 gefunden.
Die KulturWerkstatt hat rund 90 Mitglieder. Zum festen Organisationsteam des Binnenhafenfests gehören acht bis zehn ehrenamtliche (!) Mitglieder.
Neue Mitglieder (auch Fördermitglieder) sind ebenso wie Spenden jederzeit willkommen!
KulturWerkstatt Harburg,
Kanalplatz 6, 21079 Hamburg
Telefon 765 26 13,
E-Mail: info@kulturwerkstatt-harburg.de


Zuwendungen für
KulturWerkstatt

Die KulturWerkstatt Harburg hat nach Angaben der Harburger Verwaltung bislang folgende Zuwendungen erhalten:
2007: 12.500 Euro
2008: 14.357 Euro
2009: 71.690 Euro (davon 55.690 Euro für Instandsetzung Kulturkran)
2010: 18.000 Euro
2011: 21.700 Euro
2012: 31.417 Euro (davon 10.900 Euro für Bühnendach und Veranstaltungstechnik)
2013: 36.232 Euro (davon 13.475 Euro für Stromanschluss und Bühnentechnik Kran)
2014: 25.855 Euro
2015: 37.000 Euro
2016: 52.5000 Euro

Gesamt: 321.251 Euro
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