Binnenhafenfest: „Die Flüchtlinge feiern mit und helfen mit!“

Am Wochenende 6./7. Juni wird im Binnenhafen wieder ein maritimes Fest gefeiert. Foto: kulturwerkstatt

Interview mit Gorch von Blomberg
(Kulturwerkstatt Harburg)

Gorch von Blomberg (Kulturwerkstatt Harburg) ist einer der Organisatoren des 15. Binnenhafenfestes, das am Wochenende 6./7. Juni stattfindet. Er beantwortet Fragen zum großen Harburger Fest.

Kann man im Binnenhafen ein großes Fest feiern, wenn am Kanalplatz auf einem Wohnschiff Flüchtlinge leben? Der Hafen macht Harburg weltoffen, und der Stadtteil hat als Industriestadt eine starke und gelebte Zuwanderer-Tradition. Die Wohnschiff-Bewohner sind herzlich willkommen. Sie sind aktuell Teil der Gesellschaft. Die Auswirkungen der Flüchtlingsströme auf unsere Gesellschaft werden häufig dramatisiert, statt dass damit ein für alle gewinnbringender Umgang gefunden wird.
Als das Schiff im Herbst 2014 angekündigt wurde, haben wir in der KulturWerkstatt Harburg zum Thema Hafenfest gesagt: Jetzt erst recht! Allerdings sind die Umplanungen mit erheblichem Aufwand und Risiken verbunden, weswegen wir allen Förderern und der Bezirksversammlung für ihre Unterstützung in diesem Jahr besonders dankbar sind.

Was ändert sich am Binnenhafenfest wegen des Wohnschiffs? Vieles, was bekannt und bewährt war, bleibt, etwa das Entree durch den Kunsthandwerkermarkt in der Schloßstraße. Auf dem Kanalplatz ist erstmals der Info-Marktplatz, auf dem sich gesammelt Harburger Vereine und Akteure präsentieren. Ich bin überzeugt vom Gelingen dieses Teils, der uns unter dem Motto „von Harburgern für Harburger" ganz wichtig ist.
Das Feier-Zentrum mit Hauptbühne, Gastrodorf und Riesenrad wird am Lotsekai gegenüber sein, zusammen mit der Kindermeile im Schloßpark. Als zusätzliche Wasserflächen nutzen wir in Kooperation mit den dortigen Wassersportvereinen den Überwinterungshafen.
Einige Nachbarn und Anlieger öffnen ihre Türen. Insofern wird das Hafenfest sogar größer und interessanter, bietet weitere Einblicke in den Hafen - der ja gleichzeitig Ursprung und Zukunft Harburgs ist.
Sind die Flüchtlinge am Fest beteiligt? Wie? Die Flüchtlinge feiern mit - und helfen mit! Es wird einen Info-Stand der „Flüchtlingshilfe Binnenhafen" gemeinsam mit Schiffsbewohnern geben und einige Stellen, an denen Flüchtlinge Schätze ihrer Kultur präsentieren können. Einige haben zum Ausdruck gebracht, dass sie durch ihre Hilfe gerne etwas zurückgeben wollen von dem, was sie durch das herzliche Willkommen im Hafen erlebt haben.
Dieses gute Verhältnis haben wir durch die Gründung der "Flüchtlingshilfe Binnenhafen" sehr befördern können, und für das Ergebnis und die guten Kontakte sind wir sehr dankbar. Integration bringt unsere Gesellschaft voran!


15. Harburger
Binnenhafenfest

Besucher des 15. Harburger Binnenhafenfestes (Sonnabend, 6. Juni, bis Sonntag, 7. Juni) können den Shuttle-Schiffsverkehr durch die Kanäle des Harburger Binnenhafens genießen. „Wir haben zum ersten Mal vier feste Linien ausgearbeitet, die von den Traditionsschiffen bedient werden. Damit binden wir auch den nördlichen Hafenteil ans Fest an“, sagt Timo Blume vom Veranstalter Kulturwerkstatt Harburg.
Auf der Linie A verkehren die Traditionsschiffe vom Kanalplatz zum Lotsekai und zurück zum Kanalplatz. Die Linie B startet am Lotsekai, führt zum Wohnschiff STADERSAND und zurück zum Lotsekai. An der STADERSAND startet die Linie C. Über den Steg des Vereins Clipper geht es zurück zur STADERSAND. Linie D führt von Clipper über den Nordsteg an der Schlossinsel zurück zu Clipper. Acht Shuttleboote, darunter die STEK UT (Festmacher), die OMA (Tuckerboot), die Dampfpinasse MATHILDA und die Barkasse CORREKT übernehmen den Linienverkehr.
Der Shuttle-Service und die Hafenrundfahrten auf den Traditionsschiffen sind für Festbesucher kostenlos. Spenden für den Unterhalt der historischen Schiffe werden an Bord gerne entgegen genommen.
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