Binnenhafen: Milchige Brühe ist (vermutlich) wenig giftig

Um eine weitere Ausbreitung der Kautschukplacken zu verhindern, wurden Feststoffsperren ausgelegt. Foto: sd

Nach dem Großbrand: Erste Untersuchungsergebnisse des Wassers liegen vor - Notschleusungen jetzt wieder möglich

Seit dem Großfeuer am Montag gleicht das Wasser im Harburger Binnenhafen einer milchigen, klebrigen Brühe - verursacht durch eine Mischung aus Kautschuk, Ölresten und Löschwasser. Leuchtbakterien, Kleinkrebse und Algen kommen damit offenbar zurecht. Dies haben erste Untersuchungen des belasteten Wassers durch das Institut für Hygiene und Umwelt ergeben. Wie gefährlich die Brühe für andere Lebewesen ist, steht noch nicht fest.
„Wir gehen momentan davon aus, dass die Giftigkeit leicht erhöht, aber nicht besorgniserregend ist“, sagte Petra Schulz, Sprecherin des Harburger Bezirksamtes. Temperatur, Sauerstoffkonzentration und pH-Wert sind normal.
Petra Schulz: „Trotzdem sollte man den Kontakt mit dem milchigen Wasser meiden, um mögliche allergische Reaktionen zu vermeiden. Ebenso den Hautkontakt mit den klebrigen Kautschukplacken, die vor allem im Schiffsgraben treiben oder sich am Ufer festgesetzt haben.“ Diese sollen schnell abgefischt und entsorgt werden.
Um zu verhindern, dass sich das milchige Gemisch in die Süderelbe ausbreitet, war die Hafenschleuse sofort geschlossen worden. Doch in der Nacht zu Freitag drohte der Binnenhafen wegen des heftigen Regens „überzulaufen“. Um Überschwemmungen zu vermeiden, musste belastetes Binnenhafen-Wasser in die Süderelbe gepumpt werden.
Nach Rücksprache mit der Umweltbehörde wird der Bezirk die Hafenschleuse jetzt in Notfällen öffnen. „Die Schleusungen werden nur bei ablaufendem Wasser erfolgen. Wassermenge und Sauerstoffgehalt der Süderelbe sind aufgrund der starken Regenfälle derzeit günstig, so dass das belastete Wasser aus dem Harburger Binnenhafen bei einer Schleusung schnell derart verdünnt wird, dass die Konzentration und damit verbunden die Schadwirkung unter der Nachweisgrenze liegen wird“, erklärte die Bezirksamtssprecherin.
Wie die milchige Brühe im Binnenhafen jemals gereinigt werden kann, ist noch völlig unklar. Experten der Umweltbehörde und des Bezirks knobeln an einer Lösung.

Für betroffene Firmen und Anlieger im Harburger Binnenhafen hat die Verwaltung ein Info-Telefon eingerichtet.
Unter 428 71 - 2512 werden mo bis do von 9 bis 17 Uhr und fr von 9 bis 15 Uhr Fragen beantwortet.
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