Bessere Zeiten für Patienten im Hamburger Süden?

In der Helios Mariahilf Klinik wurden im vergangenen Jahr 13.308 Patienten stationär und 26.967 Patienten (inklusive Notfallpatienten) ambulant behandelt. Foto: helios
 
Der Eingangsbereich des Neubaus der Asklepios Klinik Harburg. Im Hintergrund: das alte Asklepios-Hochhaus. Foto: asklepios

Geplante Neuordnung im Harburger Krankenhausbereich:
Notfallversorgung nur noch in der Asklepios Klinik Harburg –
Geburtshilfe/Gynäkologie nur noch in der Helios Mariahilf Klinik

Die Asklepios Klinik Harburg (AKH) und die Helios Mariahilf Klinik grenzen fast aneinander. Beide Krankenhäuser verfügen über eine Zentrale Notaufnahme und über Geburtshilfe- und Gynäkologie-Stationen. Auf Anregung der Gesundheitsbehörde sollen diese Bereiche jetzt neu geordnet werden.
Die Notfallversorgung soll im AKH konzentriert werden, die Geburtshilfe/Gynäkologie und Kinderheilkunde dagegen im Mariahilf. „Wir wollen die vorhandenen Stärken der Kliniken ausbauen“, begründet Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. Was sagen die Beteiligten?
In Interviews nehmen Vertreter von Asklepios und
Helios Stellung.


Asklepios Klinik
Was wird sich für die
Patienten verbessern?
Dr. Thomas Wolfram, Sprecher der Geschäftsführung der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH: In Abstimmung mit der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) prüft die Kassenärztliche Vereinigung derzeit die Möglichkeit einer „Notfallpraxis“ an unserer Klinik in Harburg, die insbesondere außerhalb der regulären Sprechzeiten der Arztpraxen am Ort solche Patienten versorgen soll, die zwar als Notfall einen Arzt aufsuchen, jedoch keiner Behandlung in der Zentralen Notaufnahme eines Klinikums bedürfen.
Grundsätzlich ist eine Konzentration von Krankenhausleistungen medizinisch sinnvoll und auch politisch gewollt.

Muss die Notfallambulanz jetzt ausgebaut werden?
Für die Notfallversorgung wird derzeit ein Konzept erarbeitet, wie das veränderte Aufkommen am Standort des Asklepios Klinikum Harburg und an der Helios Klinik umgesetzt werden kann. Es ist durchaus denkbar, dass die räumliche Kapazität Asklepios Klinikum Harburg moderat erweitert werden muss.

Wie viele Mitarbeiter sind von der Neuordnung betroffen? Drohen Entlassungen?
Maximal 50 Mitarbeiter am Asklepios Klinikum Harburg sind von der geplanten Umstrukturierung betroffen. Wir haben der BGV zu verstehen gegeben, dass wir versuchen, in Hamburger Schwesterkliniken und ggf. außerhalb Hamburgs alternative, vergleichbare Arbeitsplätze anzubieten. Die Bedarfsabfragen in unseren Kliniken laufen bereits an. Über mögliche, betriebsbedingte Kündigungen können wir derzeit keine Aussagen machen, werden wir alles daran setzen, dies möglichst zu vermeiden.

Ab wann können diese Pläne frühestens umgesetzt werden?
Der Umsetzungszeitraum wurde zwar mit dem 01.07.2017 angedacht, jedoch wird sich dies sicherlich erst nach der Entscheidung des Krankenhaus–
Planungsausschusses konkretisieren lassen.


Helios Mariahilf-Klinik
Was wird sich für die Patienten verbessern?
Klinikgeschäftsführerin Ulrike Kömpe: Patienten profitieren deutlich von einer noch besseren Versorgung durch den Ausbau unserer klinikeigenen Stärken im Bereich Kinder- und Jugendmedizin wie auch Frauenheilkunde und Geburten. Zudem sehen wir mittelfristig einen Weg, eine höhere Versorgungsstufe für Früh- und Neugeborene mit einem Perintalzentrum Level 1 einzurichten. Dies kommt den Schwangeren im Hamburger Süden und Umland sehr zu Gute.

Müssen Gynäkologie und Geburtenstation jetzt ausgebaut werden?
Um eine Konzentration der gynäkologischen und geburtshilflichen Versorgung in der Mariahilf Klinik vornehmen zu können, sind einige Umstrukturierungen notwendig. Diese bereiten wir in den nächsten Wochen und Monaten sorgfältig in enger Abstimmung mit unseren Mitarbeitern vor. Sicherlich sind in diesem Zusammenhang auch räumliche Veränderungen notwendig, um das höhere Patientenaufkommen in ambulanter wie auch geplanter Versorgung von gynäkologischen Erkrankungen und Geburten vornehmen zu können.

Wie viele Mitarbeiter sind von der Neuordnung betroffen? Drohen Entlassungen?
Nein, im Gegenteil: Für die neu zu schaffenden Strukturen in der ambulanten Versorgung sowie für die geplanten Eingriffe benötigen wir unser gesamtes fachlich versiertes und exzellent ausgebildetes Personal. In einigen Abteilungen werden wir möglicherweise sogar aufstocken müssen.

Ab wann können diese Pläne frühestens umgesetzt werden?
Nach Abschluss aller Gespräche können wir in die konkrete Planung übergehen.
Die Umsetzung soll dann zum 1. Juli 2017 greifen.
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