Baumposse am Compeweg

Ehepaar Gisela und Axel Strehlau hatten den Busch im Compeweg gepflanzt. Der musste weg, weil da jetzt Bäume hinsollten. Foto: mag

Die Stadt möchte Bäume pflanzen - und alles geht daneben

Von Andreas Göhring.
Zuerst ging es nur um einen Busch. Inzwischen ist es ein Ärgernis – und zwar ein Ärgernis ohne absehbares Ende. Und Axel Strehlau aus dem Compeweg 3 fragt sich: „Wie gehen die nur mit unserem Geld um?“
Mit „die“ meint er die Leute im Bezirksamt. Axel Strehlaus Frau Gisela hatte im Bezirksamt angerufen, weil vor ihrer Tür für drei Tage Halteverbot angeordnet worden war. Vom Amt erfuhr sie, dass ein Bagger kommen und ein Loch für einen neuen Baum ausheben würde. Das passte ihr gar nicht, denn nachdem vor Jahren der Baum vor ihrer Tür gefällt worden war, ohne dass es Ersatz gab, hatte sie einen Busch der Gattung „Schneeball“ gepflanzt. „Damit der Compeweg hübsch grün bleibt“, sagt sie.
Dank ihrer guten Pflege ist der Schneeball prächtig gediehen. Aber nun sollte er weg. „Der Herr vom Bezirksamt ließ da auch nicht mit sich reden“, sagt Gisela Strehlau. Die Pressestelle des Bezirksamts machte es auf Anfrage des Wochenblatts dann auch amtlich: „Dieser Baum ist gespendet worden, um genau an dieser Stelle eingepflanzt zu werden“, sagte Bezirksamtssprecherin Bettina Maak. „Und wegen der Licht- und Raumverhältnisse im Compeweg wird auch nur dieser Baum gepflanzt.“
Der Bagger kam – und rückte gleich wieder ab. Die Bauarbeiter und auch jener Herr aus dem Bezirksamt hatten festgestellt, dass da Leitungen im Boden sind. Da musste man mit dem Spaten und nicht der Baggerschaufel ran. Den Schneeball hatten die Strehlaus kurz vorher noch gerettet und hinter dem Haus wieder eingepflanzt.
Tage später kamen Arbeiter und stellten an vier Stellen im Compeweg jeweils zwei Haltestangen auf, am nächsten Tag kamen drei Bäume, sie wurden aufgestellt und an den Stangen festgezurrt. Ein Baum war am nächsten Morgen samt Haltestangen umgefallen. Außerdem stellte sich heraus, dass zwei Stangen an der falschen Stelle aufgestellt worden sind. Und der vierte Baum fehlt auch noch.
Eine Woche später ist der Baum immer noch nicht da, dafür ist eine der falschen Stangen umgekippt und liegt jetzt herum. So schnell wird sich daran wohl auch nichts ändern. Wie zu hören war, ist der zuständige Herr aus dem Bezirksamt in Urlaub gegangen. Für fünf Wochen.
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