Arnos Lloyd hat stramme 17 PS

Arno Burmester mit der „Tankuhr“ für seinen Lloyd. Wenn er wissen will, wie viel Benzin er noch zur Verfügung hat, hält er einfach den Blechstreifen in den Tank. Foto: mag (Foto: Foto: mag)

Oldtimer-Treff beim TÜV-Hanse am Großmoordamm in Neuland.

Von Marion Göhring. Harburg.
Eine Reise in die Vergangenheit bringt gelegentlich Erstaunliches zu Tage: Der TÜV-Hanse hatte zum Oldtimer-Treffen auf dem Gelände der Harburger Zulassungsstelle am Großmoordamm geladen. Zu bestaunen gab es liebevoll restaurierte Fahrzeuge, die zum Teil ein halbes Jahrhundert und mehr unter den Reifen hatten. Aber auch die Abteilung „Skurriles“ hatte einiges zu bieten, wie einen Wartburg Pritschenwagen. Autokenner wissen, dass es auch in der Planwirtschaft der DDR so etwas nie zu kaufen gab. Da waren offensichtlich Bastler am Werk.
Das gilt auch für ein merkwürdiges Gefährt, das an die modernen Sport Utility Vehicle (abgekürzt SUV) erinnert, die heute so in Mode sind –  Pkw mit dem Komfort einer Limousine, die durchaus auch im Gelände eine gute Figur machen und zuweilen nach einem Nomadenstamm („Touareg“) benannt sind. Beim Oldtimer-Treffen stand so ein Vehikel.
Ein Autoverrückter hatte ihn sich mit Originalteilen eines Mercedes 190 SL aus den 60er-Jahren zusammengebaut: vorne ein hochbeiniger Sportwagen, hinten ein Kombi, lackiert in Silber. Horst Tesche aus Neuland stand lange vor dem guten Stück, schüttelte mit dem Kopf und stellte dann fest: „Das ist sicher ein Einzelstück.“
Arno Burmester aus den Vierlanden präsentierte dagegen ein Auto, das Ende der 50er-Jahre häufiger auf den Straßen zu sehen war: einen Lloyd LS 600 Kombi, selbst in Knallrot lackiert. Das Auto stammt aus dem Jahr 1959, ist also genauso alt wie sein Besitzer. „Ich habe ungefähr zehn Lloyds“, sagt Burmester. „Die fahr ich auch heute noch im Alltag.“
Unter der Haube hatte der kleine Kombi einen winzigen Zwei-Zylinder-Viertaktmotor mit 19 PS. Das sorgte unter den Schaulustigen gleich für Diskussionsstoff. Die meisten glaubten nicht, dass der Lloyd einen Viertaktmotor hat. Sie erinnerten sich noch genau an die Kleinwagen aus Bremen, die mit dem typischen Zweitaktersound („Rängtängtäng“) und einer blauen Ölfahne umherfuhren. So verkehrt war das nicht. Der Lloyd hatte zuerst tatsächlich einen Zweitaktmotor, 1955 spendierte der Hersteller ihm aber einen Viertakter, der endlich auch am Berg nicht schlappt machte.
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