Anwohner klagen: Das Haus vermüllt

Hilde Pister (li.) und Anni Haas ärgern sich über den Sperrmüll, der die Kellergänge im Hochhaus am Soltauer Ring 10 versperrt. Foto: sl

"Chaotische Zustände" im Hochhaus Soltauer Ring - Verwaltung sagt: "Keine besonderen Auffälligkeiten"

Der Müll stapelt sich in den Kellergängen, die Treppenhäuser sind mit Graffitis beschmiert, die Haustür steht offen, kaputter Hausrat liegt in den Fluren – Anni Haas und ihre Nachbarn wundern sich nicht darüber, dass im Hochhaus am Soltauer Ring in der vergangenen Woche ein Feuer ausbrechen konnte.
Seit 13 Jahren wohnt Hildegard Pister in dem Haus direkt nebenan. „Die chaotischen Zustände fangen schon damit an, dass die Türen nicht richtig schließen“, regt sich Hildegard Pister auf. „Entweder stehen die schweren Eisentüren offen oder sie werden mit einem solchen Getöse zugeknallt, dass wir regelmäßig aus dem Bett fallen. Im Laufe der Jahre hat mein Mann, ein gelernter Schlosser, schon mehr als 6.000 Arbeitsstunden investiert, um die Türe wenigstens provisorisch gangbar zu machen. Wir wohnen genau über dem Eingang. Das hält man nicht aus. Aber die Hausverwaltung sieht keine Notwendigkeit, etwas zu tun.“
Anni Haas, die auch schon seit 13 Jahren in dem Haus lebt, berichtet, dass im letzten halben Jahr zwei Mal die Mülltonnen vor dem Haus gebrannt haben. „Man glaubt nicht, wie lange das dauert, bis der verbrannte Dreck weggeräumt wurde“, erzählt sie. Gleichzeitig stellt sie fest, dass die offenen Haustüren immer wieder Jugendliche anlocken. Schon öfter hat sie in den oberen Etagen junge Leute erwischt. „Die rauchen und trinken, verrichten ihre Notdurft im Treppenhaus und lassen ihren Müll liegen. Die offenen Türen sind ja auch geradezu eine Einladung. Und die Hausverwaltung kümmert sich nicht“, empört sie sich. Auf Briefe würde niemand reagieren. Bei Anrufen sei es schon vorgekommen, dass einfach aufgelegt würde „Aber wir zahlen doch alle ordentlich unsere Miete. Da kann man doch auch erwarten, dass sich der Vermieter um die Einhaltung der Hausordnung kümmert, oder?“

Völlig erstaunt über die Vorwürfe zeigt sich Kay Wolfgang Essen, Geschäftsführer der Hausverwaltung Essen KG mit Sitz in Hamburg. „Wir verwalten seit Jahrzehnten dieses Haus ordnungsgemäß. Unsere Mieter sind unsere Kunden und werden dementsprechend grundsätzlich sorgsam betreut. Die Ihnen geschilderten Vorwürfe überraschen mich und sind durch die Aktenlage auch nicht bestätigt. Die generellen Statements sind auch deswegen nicht glaubhaft für mich, weil sowohl die Hausmeister vor Ort, wie auch die eingeschalteten Dienstleister aktuell keine besonderen Auffälligkeiten gemeldet haben.“
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