„Alle haben ein bisschen gewonnen“

In der denkmalgeschützten Siedlung in Wilstorf war schnell Protest gegen die Baupläne des EBV laut geworden. Foto: pr

Umstrittene Bebauung Zimmermannstraße: Kompromiss zwischen EBV und Anwohner-Initiative gefunden

Die Kuh ist vom Eis. Das umstrittene Bauvorhaben im Bereich Zimmermannstraße und Friedrich-List-Straße kann - in stark abgespeckter Form - umgesetzt werden. Der Eisenbahnbauverein Harburg (EBV) hat sich mit den Sprechern des Bürgerbegehrens auf einen Kompromiss verständigt. Allerdings muss die Vereinbarung noch „in Schriftform gegossen und unterzeichnet werden“, wie EBV-Vorstand Joachim Bode mitteilte.
Hintergrund: Hamburg braucht Wohnungen und auch der EBV möchte seinen Teil dazu beitragen. Auf einem Gelände in Wilstorf, das ohnehin bereits dem EBV gehört, sollten zusätzliche Wohnhäuser entstehen. Dafür sollten rund 25 Mieter zum Teil auf ihre Gärten verzichten.
Nach Protesten von Anwohnern, die um ihre denkmalgeschützte Siedlung fürchteten, steckte der EBV zurück. Am Ende sahen die Pläne vier zusätzliche Wohnhäuser (energiesparende Passivhäuser, barrierefrei, mit Fahrstuhl) zwischen Zimmermannstraße und Friedrich-List-Straße vor. Größe: jeweils zwei Geschosse sowie ein Staffelgeschoss. Doch auch dieses Vorhaben fiel bei den Anwohnern durch, ein Bürgerbegehren wurde gestartet. Dem gesamten Projekt drohte das Aus.
In Gesprächen unter Vermittlung von Muammer Kazanci (SPD) einigten sich Eisenbahnbauverein und die Sprecher des Bürgerbegehrens doch noch auf einen Kompromiss.
Die Eckdaten: Der EBV errichtet zwei Häuser a drei Stockwerke plus Staffelgeschoss in Richtung Reeseberg außerhalb des Denkmalensembles. Der Innenraum der Anlage bleibt autofrei, auch für den Fall, dass sich nicht genügend Bewerber für autofreies Wohnen finden. Die Tiefgarage wird nicht erweitert. Das Bezirksamt prüft, ob die Baustelleneinfahrt und die künftige Feuerwehrzufahrt von der Friedrich-List-Straße aus erfolgen kann. „Überschüssige“ Gartenflächen werden alle wieder vermietet. Die Bäume auf dem Gelände sollen weitestgehend erhalten werden.
Wie gehts weiter? Wenn der Vertrag zwischen EBV und der Anwohner-Initiative unterzeichnet ist, wird das Bürgerbegehren eingestellt. Fazit Muammer Kazanci: „Jetzt haben alle ein bisschen gewonnen.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.