Ärger mit dem Jobcenter

Das Harburger Jobcenter bremst Existenzgründerin aus. Foto: sl

Harburger Existenzgründerin verzweifelt - Behörde stellt alle monatlichen Zahlungen ein

Heike Bruns (Name geändert) würde gern raus aus Hatz IV, endlich wieder eigenes Geld verdienen. Sie hat auch eine Idee, aber sie fühlt sich vom Harburger jobcenter ausgebremst.

Seit einigen Jahren lebt Heike Bruns vom Arbeitslosengeld II. Sie ist krank. Hat mehre Bandscheibenvorfälle, ein kaputtes Handgelenk und Depressionen. Aber sie will nicht nur auf dem Sofa sitzen und auf die Frührente warten. Stattdessen schneidert die Mutter von vier Kindern leidenschaftlich gern. „Ich kenne mich ganz gut in der schwarzen Szene aus“, berichtet sie. „Dazu gehören die Bereiche Gothic, Metal, Wave oder auch Leute, die gern Mittelalter-Klamotten tragen. Als ich für meine kleinen Nichten schwarze Babyklamotten gestrickt habe, waren alle so begeistert, dass ich dachte, ich könnte so was auch verkaufen.“

Sie entwickelte einen Business-Plan für einen Online-Shop. Die Idee überzeugte offenbar alle, denn Heike Bruns bekam Anfang des Jahres vom jobcenter ein Darlehen über 4.000 Euro gebunden an Sachmittel. Die Sachbearbeiterin wünschte ihr Glück, verwies die Harburgerin an einen neuen Kollegen und stellte gleichzeitig die monatlichen Leistungen ein. „Seitdem geht alles schief“, sagt Heike Bruns. „Ich darf das Darlehen nicht ausgeben, um Essen zu kaufen oder um die Miete zu bezahlen. Aber ich muss doch von irgendwas leben, und der neue Sachbearbeiter geht nie ans Telefon.“ Inzwischen hat sie eine Anwältin eingeschaltet und Klage beim Sozialgericht eingereicht. Drei Beschlüsse gibt es mittlerweile – trotzdem wartet sie noch auf Geld. „Ich kann so nicht starten. Wenn ich nicht weiß, ob nächsten Monat Geld auf dem Konto ist, kann ich keinen Online-Shop eröffnen. Das kostet doch erst mal Geld“, klagt Heike Bruns. „Und ich habe den Kopf nicht frei für kreative Entwürfe, wenn ich jeden Tag zum Amt oder zum Anwalt laufe und mich da herumstreite.“

Nachdem sich das Wochenblatt eingeschaltet hat, hat die Pressestelle den „Fall an das Kundenreaktionsmanagement weitergeleitet und ich hoffe, dass wir schnell eine Lösung für die Kundin finden können“, sagt Mitarbeiterin Beate Chmielewski.
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9 Kommentare
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Volker Krutzke aus Harburg | 30.07.2012 | 17:06  
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Manfred Hagel aus Harburg | 30.07.2012 | 22:28  
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Volker Krutzke aus Harburg | 30.07.2012 | 23:27  
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Al Beh aus Harburg | 31.07.2012 | 21:10  
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Herzog Otto aus Harburg | 01.08.2012 | 13:02  
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Al Beh aus Harburg | 01.08.2012 | 15:10  
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Volker Krutzke aus Harburg | 01.08.2012 | 16:04  
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Johanna Hinz aus Altona | 02.08.2012 | 18:08  
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Manfred Hagel aus Harburg | 03.08.2012 | 00:37  
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