Acht neue Stolpersteine

Künstler Gunter Demnig (r.) bei der Verlegung eines Stolpersteins in der Neuen Straße, Klaus Möller (Initiative Gedenken in Harburg, l.) schaut dabei zu. Foto: pr
 
Peter Harms wurde 1943 in einer „Heil- und Pflegeanstalt“ ermordet.

Gedenk- und Informationsveranstaltung am
Donnerstag, 18. September, 11 Uhr, im Haus der Kirche

Auf Bürgersteigen in Hamburg erinnern über 4.640 „Stolpersteine“ an Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden sind. Am Donnerstag, 18. September, kommen in Harburg acht weitere Stolpersteine hinzu. Erinnert wird so an Peter Harms, Uwe Hinsch, Alfred Blumann, Walter Stein sowie an Clotilde, Hans und Julius Neufeld. Zuvor gibt es im Haus der Kirche, Hölertwiete 5, um 11 Uhr eine Gedenk- und Informationsveranstaltung.

Was ist ein Stolperstein? Stolpersteine sind Betonwürfel im Format 10 x 10 x 10 cm, die auf ihrer Oberseite mit einer Messingplatte versehen sind. „Hier wohnte“ steht in jede Messingplatte gemeißelt, dann folgt ein Name, ein Geburtsjahr und ein Verweis auf das weitere
Schicksal. Jeder Stein erinnert an einen von den Nazis ermordeten Menschen und zwar genau an dem Ort, an dem er zuletzt zu Hause war.

Wessen Idee sind die Stolpersteine? Seit 1995 erinnert der Kölner Künstler Gunter Demnig mit diesem Projekt europaweit an Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft vor deren früheren Wohnorten – seit 2002 auch in Hamburg.

Wer finanziert die Stolpersteine? Stolpersteine werden ausschließlich privat finanziert. Der Preis für einen Stolperstein beträgt 120 Euro. Mehr Infos unter Telefon 410 51 62 (Hess). Die Stolpersteine für Peter Harms und Uwe Hinsch wurden von Schülern des Immanuel-Kant-Gymnasiums gestiftet, nachdem sie die Lebenswege diese beiden behinderten Kinder erforscht hatten.

Wer forscht in Harburg nach Nazi-Opfern? Die Initiative Gedenken in Harburg. Sie stellt sich die Aufgabe, die Geschichte des Nationalsozialismus im Stadtteil zu beleuchten. „Wir wollen nicht nur das geschehene Unrecht vorbehaltlos aufzeigen, sondern auch der Harburger Opfer des NS-Regimes gedenken. Dabei gilt es, aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen“, heißt es auf der Homepage.

❱❱ www.gedenken-in-harburg.de


Die Stolpersteine erinnern an:
Die Stolpersteine erinnern an

Alfred Blumann (geb. 05. Mai 1873 in Harburg), deportiert nach Theresienstadt am 17. März 1943, weiterdeportiert nach Auschwitz, am 18. Mai 1944, ermordet.
Stolperstein: Neue Straße 8

Peter Harms (geb. am 24. Juni 1941 in Hamburg), nach Aufenthalten in den Kinderheimen Winterhuder Weg und Eißendorfer Pferdeweg eingewiesen in die Alsterdorfer Anstalten, verlegt in die „Heil- und Pflegeanstalt Kalmenhof“ in Idstein am 07. August 1943, dort am 08. November 1943 ermordet. Stolperstein: Eißendorfer Pferdeweg 12

Uwe Hinsch (geb. am 07. November 1936 in Hamburg), dem Harburger Kinderheim am 24. Mai 1937 übergeben, eingewiesen in die Alsterdorfer Anstalten, verlegt in die „Heil- und Pflegeanstalt Eichberg“ bei Eltville am 07. August 1943, dort am 17. August 1943 ermordet. Stolperstein: Eißendorfer Pferdeweg 12

Clotilde Neufeld, geb. Baumann (geb. am 25. April 1862 in Immenrode), deportiert von Hamburg nach Theresienstadt, dort am 23. Februar 1943 verstorben.
Stolperstein: Hölertwiete 8

Hans Neufeld (geb. am 11. März 1886 in Harburg), deportiert von Hamburg nach Theresienstadt am 14. Februar 1945, dort am 18. Mai 1945 verstorben. Stolperstein: Hölertwiete 6

Julius Neufeld (geb. am 12. November 1860 in Pattensen), deportiert von Hamburg nach Theresienstadt am 15. Juli 1942, dort am 24. Dezember 1942 verstorben.
Stolperstein: Hölertwiete 8

Walter Stein (geb. am 12. August 1935 in Hamburg), nach Aufenthalten in den Kinderheimen Anscharhöhe, Eißendorfer Pferdeweg und Averhoffstraße in die Alsterdorfer Anstalten eingewiesen, von dort am 07. August 1943 in die „Heil- und Pflegeanstalt Eichberg“ bei Eltville verlegt, wo er am 24. September 1943 ermordet wurde. Stolperstein: Eißendorfer Pferdeweg 12

Henny Troplowitz, geb. Rosenbaum (geb. 30. Juni 1865 in Harburg), deportiert von Leipzig nach Theresienstadt, dort am 07. Februar 1943 verstorben. Stolperstein: Hölertwiete 6
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