A 26-Ost: Kommt sie? Oder doch nicht?

Wird die A 26-Ost gebaut, könnte die Brücke über die Süderelbe wohl so aussehen. Foto: pr

Die Autobahnverbindung zwischen A 1 und A 7 wird 900 Millionen Euro
kosten – sie soll privat finanziert werden, denn der Bund hält die Strecke für nicht ganz so wichtig

Von Andreas Göhring.
Seit Jahrzehnten wird über eine Autobahnverbindung zwischen A1 und A7 diskutiert. Früher wurde sie „Hafenquerspange“ genannt, jetzt heißt sie offiziell A26-Ost. Ob sie jemals gebaut wird, steht noch nicht fest. Auch nach einem Informationsabend im Rieckhof bleiben viele Fragen offen.
Klaus Franke von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) ist optimistisch. Das gehört bei diesem 900-Millionen-Euro-Projekt auch zu seinem Beruf. Franke sagt: „Der Tanker ist auf den Weg gebracht. Das lässt sich auch nicht mehr ändern. Und er wird Mitte des nächsten Jahrzehnts sein Ziel erreichen.“

900 Millionen für
neun Kilometer Autobahn

Fest steht heute dies: Die rund neun Kilometer lange Autobahn führt – je nach Trassenplanung – mitten durch Wohngebiete oder haarscharf daran vorbei. Die „Südtrasse“, die jetzt favorisiert wird, soll möglichst wenig Anwohner nerven, die Leute in Bos-telbek oder in Moorburg wird das kaum trösten.
Besonders in Moorburg wird die A26-Ost deutlich zu spüren sein – sie führt nämlich im großen Bogen um das alte Elbdorf herum, steigt dann auf mehr als 50 Meter hoch und schwingt sich neben der Kattwyk-Brücke über die Süderelbe. Aber nicht nur deshalb hat der Moorburger Rainer Böhrnsen eine völlig andere Sichtweise auf die Autobahn: „Die Spange wird sich ganz schnell erledigen und für immer ad acta gelegt.“
Seine Argumente: Zum einen würden die Prognosen für den Containerumschlag im Hamburger Hafen ständig nach unten korrigiert. Zum anderen sei dieses Autobahnteilstück noch nicht einmal in den „vordringlichen Bedarf“ für den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden. Böhrnsen: „Offenbar haben die Planer schon alle Hoffnung auf eine Finanzierung durch den Bund aufgegeben. Warum sonst ist die Autobahn für eine Privatfinanzierung vorgeschlagen worden?“
Sollte ein Privatunternehmen tatsächlich bereit sein, die Kosten für den Bau zu übernehmen, muss es viel Geld übrig haben: neun Kilometer Autobahn samt Hochbrücke über die Süderelbe und Tunnel in Wilhelmsburg für 900-Millionen-Euro!
Im Bundesdurchschnitt ist der Bau eines Autobahnkilometers etwas preiswerter: rund 25 Millionen Euro.
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
51
Petra Weinstein aus Harburg | 23.07.2015 | 14:05  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.