56 Arbeitsplätze weg?

Der Selgros-Standort an der Schlachthofstraße wird ab dem 1. Februar 2015 aufgegeben. Foto: tsilis

Selgros schließt im Februar 2015 den Standort Schlachthofstraße

Von Andreas Tsilis. HARBURG.
„Wir schneiden das Fleisch nach ihren Wünschen“, steht auf dem Werbe-Aufsteller, doch ab dem 1.Februar 2015 hat es sich ausgeschnitten. Selgros, einer der ganz Großen im „Cash and Carry“- Geschäft mit gewerblichen Kunden, schließt dann die Niederlassung an der Schlachthofstraße.
60 Mitarbeiter schweben zwischen Bangen und Hoffen, Betriebswechsel und Umzug. „Es wurde niemandem gekündigt, betont Unternehmenssprecherin Regina Köhler.
Vor Ort hört sich das ganz anders an. 56 Mitarbeiter müssen sich wohl einen neuen Job suchen, sagt die Mitarbeiterin am Empfang. Die Wahrheit dürfte irgendwo dazwischen liegen. Köhler spricht von einer freien unternehmerischen Entscheidung, den Standort aufzugeben. „Der unternehmerische Ertrag war nicht mehr zufriedenstellend.“
Hinzu kämen Probleme mit dem Vermieter. Hinter vorgehaltener Hand spricht man davon, dass die Immobilie immer mal wieder hin und her verschoben werde. Wird mit der Immobilie spekuliert? Darüber wisse sie nichts, sagt die Unternehmenssprecherin. Auch in
Maklerkreisen ist nichts darüber bekannt.
„Aus dem Markt hört man nichts“, sagen Spezialisten für Gewerbe- und Industrieflächen bei Engel und Völkers und Haferkamp-Immobilien. Derweil pokern die Mitarbeiter um ihren Job. Unternehmerseits wird ihnen angeboten, in die Filialen Altona, Norderstedt oder Öjendorf zu wechseln oder an andere Standorte in Deutschland. Köhler: „Es wird derzeit an einem Sozialplan gearbeitet.“
Ob die Mitarbeiter allerdings einen neuen Arbeitsplatz erhalten, ist fraglich. Bundesweit gibt es an fünf Standorten nur eine Handvoll freie Stellen, eine davon befindet sich am Standort Altona. Gesucht wird: ein Metzger. Sicher ist, dass hauptsächlicher Inhalt von Sozialplänen Abfindungszahlungen bei Verlust von Arbeitsplätzen sind.
Bei Handelshof, dem Mitwettbewerber aus der Nartenstraße, verfolgt man die Sache sehr genau. Viele Selgros-Kunden sind auch im Besitz der Handelshof-Kundenkarte. Geschäftsleiterin Lange: „Möglicherweise machen wir bald mehr Umsatz.“

Cash and Carry
Cash and Carry („bezahlen
und mitnehmen“) bezeichnet den Selbstbedienungs-Großhandel für Wiederverkäufer und gewerbliche Verwender. In Harburg gibt es drei Wettbewerber: Metro, Handelshof und Selgros. Selgros gehört zur Schweizer Transgourmet-Gruppe, deren deutscher Ableger rund 4,5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. 2013 war das Cash and Carry-Geschäft allgemein rückläufig. Metro und Selgros setzen im Geschäft mit Wiederverkäufern zunehmend auf Standorte außerhalb Deutschlands.
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Horatiu - Thomas Reinhardt aus Harburg | 23.11.2014 | 01:38  
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