400 Flüchtlinge kommen in den Binnenhafen

Auf der „Bibby Altona“ (Foto) waren 1990 rund 500 Menschen untergebracht. Auch im Ziegelwiesenkanal lag damals ein Wohnschiff mit Flüchtlingen. Foto: ch

Am Lotsekai und am Kanalplatz sollen ein Wohnschiff sowie
zwei Pontons mit Wohncontainern festmachen

Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Hamburg. Es fehlen Unterkünfte, allein bis zum Jahresende rund 1.500 Plätze. Im Harburger Binnenhafen, am Lotsekai und am Kanalplatz sollen auf einem Wohnschiff sowie auf zwei Pontons mit Wohncontainern 400 Flüchtlinge untergebracht werden. Außerdem wird geprüft, ob für die Erstaufnahme Wohncontainer auf einer Fläche neben dem Elbcampus in der Schlachthofstraße sowie bis Ende April auch auf dem Festplatz Schwarzenberg aufgestellt werden können.
Angesichts der brisanten Situation handelt die zuständige Senatskommission für Stadtentwicklung und Wohnungsbau nach Polizeirecht (SOG). Entscheidungen fallen schneller, Bezirke und Kommunalpolitik haben bei der Standortauswahl faktisch nichts mehr zu melden.
Der bezirkliche Anspruch, kleinere Unterkünfte zu schaffen, in denen Integration leichter fällt, hat keine Bedeutung. „Es drängt sich der Gedanke auf, dass ausschließlich nach logistischen Aspekten ausgewählt wurde“, vermutet Marion Göhring (Grüne).
Harburger SPD und CDU lehnen Flüchtlingsunterkünfte am Lotsekai, am Kanalplatz und am Treidelweg sowie an den Uferzonen der Schloßinsel entschieden ab. „Dadurch würde die positive Entwicklung des gesamten Quartiers beeinträchtigt und um Jahre zurückgeworfen“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme. Vorstellbar wäre ein Wohnschiff allenfalls im Ziegelwiesenkanal.
Für die Linke ist die Unterbringung in riesigen Flüchtlingsschiffen nicht vertretbar. „Die Menschen haben überhaupt keine Privatsphäre und werden einfach am Rand der Gesellschaft abgeladen“, so Cansu Özdemir.


Willkommensfest für Flüchtlinge
Wann? Sonnabend, 27. September, ab 15 Uhr.
Wo? Auf dem Neuländer Platz, ehemalige Post
Was? Gemeinsam feiern, miteinander reden, Spielemöglichkeiten für Kinder.
Gesucht werden noch Menschen mit Fremdsprachenkenntnissen in Arabisch, Farsi, Dari, Serbokroatisch, Kurdisch, Tigrinisch, Somali oder Französisch.
Infos: info@ willkommensbündnis.de oder Telefon 0178/704 02 85.

Hafenfrühstück zum Thema Wohnschiffe
Wann? Sonntag,
28. September ab 11 Uhr
Wo? Auf dem Kanalplatz
Veranstalter: Kulturwerkstatt
Es informieren: Bezirksamtsleiter Thomas Völsch, Sören Schumacher (SPD) sowie ein Mitarbeiter von Fördern & Wohnen. Moderation: Gorch von Blomberg.
Bitte einen kleinen Beitrag zum Frühstück mitbringen.
Das Hafenfrühstück kann und soll keinen runden Tisch ersetzen. Er dient allein der Meinungsbildung.
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