360 Schüler packen aus

Ein erster Blick ins neue Klassenzimmer: Jessica (li.), Wlad, Tasli und Waris sind gespannt, wo ihre Tische jetzt stehen.
 
Noch klebt ein provisorischer Zettel am Türschild von Raum 216. Es ist das neue Klassenzimmer der 2d.

Umzug: Aus der Schule Quellmoor wird die Ganztagsschule Am Johannisland

ANDREA STEIN, NEUGRABEN
Warten kann schon sehr schwer fallen, und in den letzten Wochen des Jahres erst recht: die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Quellmoor freuten sich nicht nur auf den Nikolaus, den Weihnachtsmann und die Ferien. Zwischen all die großen Ereignisse fiel diesmal auch der Umzug in die neue Schule. Eigentlich sollte es schon im Sommer soweit sein, doch wie das bei Neubauten nun mal so ist: termingerecht ist selten alles fertig. „Wir haben Briefe bekommen“, erklärt Marina Wunder. „Darin wurden wir stets über den Stand der Bauarbeiten auf dem Laufenden gehalten.“
Dass es jetzt endlich soweit ist, freut vor allem ihren Sohn. „Dominik ist heute morgen gleich beim ersten Wecken aufgestanden.“ Aber statt, wie eigentlich geplant, den Weg von der alten zur neuen Schule zu Fuß zu bewältigen, stiegen am Morgen die meisten auf Bus und Auto um - es regnete nämlich Bindfäden.
Um so gemütlicher war es dann in der Schule. Fleißige Hände hatten bereits Teppiche ausgelegt, auf denen die Kinder ihre Straßenschuhe ausziehen und in die mitgebrachten Hausschuhe schlüpfen konnten. Das war zwar schon in der Schule Quellmoor Pflicht, doch jetzt ist leichtes Schuhwerk besonders nötig: Der neue Bodenbelag in den Fluren und Klassenräumen der Schule ist ein Teppichboden, und der ist einfach „kuschelig“, freut sich Medina (7).
Ihren neuen Klassenraum hatte die 2 d eine Woche zuvor schon einmal besuchen dürfen, aber nun stehen endlich auch die Möbel an ihrem neuen Ort. Die Aufkleber „2 d“ werden nach und nach von Tischen und Stühlen entfernt. Alle Umzugskisten müssen ausgepackt und für ihren Inhalt ein Platz im neuen Klassenzimmer gefunden werden.
Der Abschied von der alten Schule ist den Kindern nicht schwer gefallen. „Ich finde es toll hier, weil alles neu ist“, sagt Daniel (8). Er freut sich besonders auf die Aula, das neue Zentrum der Schule. Veronika (7) mag die „glatten Treppen“ und das viele Holz. Und für Atef (8) ist es am allerwichtigsten, dass an diesem Tag in der neuen Klasse endlich sein Geburtstag gefeiert wird. „Ich habe extra zwei Torten mitgebracht!“
Rund 360 Kinder werden zukünftig im Gebäude Am Johannisland im Bildungs- und Gemeinschaftszentrum Neugraben-Fischbek unterrichtet werden. Die Ganztagsschule, die vom kommenden Halbjahr an eine verbindliche Betreuung von 8 bis 16 Uhr anbietet, ist gut vernetzt: Zahlreiche Kooperationspartner, manche sitzen sogar direkt vor Ort, werden zukünftig dafür sorgen, dass ein umfassendes Angebot bereitsteht.
Auch für die Kinder der 2 d wird es bald mit der Ganztägigkeit losgehen. Bis dahin haben sie aber erst einmal Zeit, sich in ihrer neuen Schule einzugewöhnen. Der Klassenraum wird nach und nach Gestalt annehmen. Am ersten Tag fehlt zwar noch die Tafel, und auch ein Papierkorb ist noch nicht in Sicht. Aber die Kinder sind erfinderisch. Kurzerhand schnappt sich Wlad (8) eine der blauen Aufbewahrungskisten und sammelt bei den Klassenkameraden den Müll ein. Klassenlehrerin Karin Arlinghaus und ihr Kollege Thies Augustin suchen unterdessen einen geeigneten Platz für die Lese-Ecke. „Die Feuertür muss frei bleiben, und das Regal braucht auch einen Platz“, sagt Karin Arlinghaus. „Aber eine Lese-Ecke müssen wir einfach irgendwo unterbringen.“
Draußen ist es noch dunkel an diesem ersten Morgen in der neuen Schule. „Das ist unsere Dämmerstunde“, erklärt die Lehrerin. Zeit für eine Geschichte aus dem 100 Jahre alten Märchenbuch. Die Kinder lauschen gespannt der Geschichte von Hänsel und Gretel. Ausnahmsweise sitzen und liegen alle auf dem Teppichboden – weil der so schön kuschelig ist.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.